Siamesischer Kampffisch (Betta splendens) mit wallenden Flossen in einem bepflanzten Aquarium

Kampffisch halten

Der vollständige Ratgeber zu Pflege, Aquarium & Zucht

Das Wichtigste auf einen Blick

Der Kampffisch (Betta splendens) ist ein Einzelgänger mit starker Persönlichkeit. Mindestbeckengröße: 54 Liter (60 cm). Temperatur: 24–30 °C, pH: 6,0–7,5. Wichtig: Niemals zwei Männchen zusammen halten – sie kämpfen bis zum Tod. Kampffische sind Labyrinthfische und atmen Luftsauerstoff. Weibchen können in Gruppen (Sorority) ab 80 Litern gehalten werden. Männchen werden 5–7 cm groß.

Der Kampffisch (Betta splendens) ist einer der farbenprächtigsten und faszinierendsten Süßwasserfische der Welt – und gleichzeitig einer der am häufigsten falsch gehaltenen. Mit seinen wallenden Flossen in leuchtendem Blau, Rot oder Grün zieht er jeden in seinen Bann. Hinter dieser Schönheit steckt jedoch ein Tier mit ganz besonderen Ansprüchen: ein Einzelgänger, ein Labyrinthfisch mit einzigartiger Biologie und ein Fisch, der bei richtiger Haltung 3 bis 5 Jahre alt werden kann. Dieser Ratgeber erklärt alles, was du für eine artgerechte und erfolgreiche Kampffisch-Haltung wissen solltest.

Steckbrief: Kampffisch auf einen Blick

Wissenschaftlicher NameBetta splendens
FamilieOsphronemidae (Labyrinthfische)
HerkunftThailand, Kambodscha, Vietnam
Größe Männchen5–7 cm
Größe Weibchen4–5 cm
Lebenserwartung3–5 Jahre
Wassertemperatur24–28 °C (optimal 25–27 °C)
pH-Wert6,0–7,5 (optimal 6,5–7,0)
Wasserhärte (GH)5–15 °dGH
Karbonathärte (KH)2–8 °dKH
Nitrit (NO₂)0 mg/l (immer!)
Nitrat (NO₃)unter 25 mg/l
Mindestbeckengröße54 Liter
Empfohlene Beckengröße80–100 Liter
HaltungEinzelhaltung (Männchen)
ErnährungFleischfresser (karnivor)
SchwimmzoneAlle Bereiche, bevorzugt Oberfläche
Halfmoon Betta splendens mit prächtigen roten und türkisen Flossen – Seitenansicht

Halfmoon-Kampffisch (Betta splendens) mit charakteristischem 180°-Halbkreis-Schwanz

Herkunft und Lebensraum

Der Siamesische Kampffisch stammt ursprünglich aus den flachen, stehenden und langsam fließenden Gewässern Südostasiens – vor allem aus Thailand (ehemals Siam, daher der Name), Kambodscha und Vietnam. Sein natürlicher Lebensraum sind Reisfelder, Gräben, Teiche und Überschwemmungsgebiete, die sich in der Regenzeit bilden. Diese Gewässer sind oft sauerstoffarm, warm und reich an Vegetation.

Genau diese Herkunft erklärt eine der faszinierendsten Eigenschaften des Kampffisches: das Labyrinth-Organ. Dieses zusätzliche Atemorgan liegt hinter den Kiemen und ermöglicht es dem Fisch, direkt an der Wasseroberfläche Luft zu atmen. In sauerstoffarmen Gewässern ist das ein entscheidender Überlebensvorteil. Im Aquarium bedeutet das: Der Kampffisch sollte immer freien Zugang zur Wasseroberfläche haben – ein geschlossener Deckel ohne Luftspalt kann fatal sein.

Die heute im Handel erhältlichen Bettas stammen ausnahmslos aus Zuchtanlagen. Über Jahrhunderte wurden sie auf immer prächtigere Farben und längere Flossen selektiert – weit entfernt von der ursprünglichen, eher unscheinbaren Wildform. In Thailand wurden Kampffische traditionell für Schaukämpfe gezüchtet, was heute in vielen Ländern verboten ist.

Was macht den Kampffisch besonders?

Das herausragendste Merkmal des Kampffisches ist sein Labyrinth-Organ. Anders als die meisten Fische, die ausschließlich über Kiemen atmen, kann der Betta splendens direkt an der Wasseroberfläche Luft atmen. Dieses Organ ist so wichtig, dass Kampffische ohne Zugang zur Oberfläche ersticken würden – selbst wenn das Wasser gut mit Sauerstoff angereichert ist.

Ein weiteres faszinierendes Merkmal ist das Schaumnest-Bauen. Männliche Kampffische bauen aus Luftblasen und Speichel ein Nest an der Wasseroberfläche, um die Eier zu bewachen. Dieses Verhalten zeigen sie auch ohne Weibchen – ein aktiv nestbauendes Männchen ist ein Zeichen für einen gesunden, wohlbefindlichen Fisch.

Hinzu kommt der ausgeprägte Territorialinstinkt der Männchen. Zwei Männchen kämpfen bis zur Erschöpfung oder zum Tod – daher die Einzelhaltung. Interessanterweise reagieren Bettas auch auf ihr eigenes Spiegelbild aggressiv. Kurze Spiegelkonfrontationen können als Beschäftigung dienen, sollten aber nicht dauerhaft sein, da sie Stress verursachen.

Männchen und Weibchen unterscheiden

Die Geschlechtsbestimmung beim Kampffisch ist in der Regel einfach – besonders bei ausgewachsenen Tieren. Die Unterschiede sind deutlich sichtbar:

MerkmalMännchenWeibchen
Körperlänge5–7 cm4–5 cm
Flossensehr lang, wallend, prachtvollkurz, kompakt
Färbungleuchtend, intensivdezenter, aber auch farbenfroh
Körperbauschlanketwas fülliger, rundlicher Bauch
Eiflecknicht vorhandenweißer Punkt zwischen Bauch- und Afterflosse
Aggressivitätsehr hoch gegenüber Artgenossengeringer, aber Weibchen können sich auch beißen

Das sicherste Erkennungsmerkmal beim Weibchen ist der Eifleck (Ovipositor) – ein kleiner weißer Punkt zwischen Bauch- und Afterflosse, der das Eiablagerohr markiert. Weibchen können in sogenannten Sororities (Weibchen-Gruppen) gehalten werden, allerdings nur in ausreichend großen Becken (ab 100 Liter) mit vielen Verstecken und Sichtschutz.

Betta-Arten und Zuchtvarietäten

Die Gattung Betta umfasst über 70 Arten. Im Zoofachhandel begegnen dir neben dem klassischen Betta splendens noch weitere interessante Vertreter. Wichtig zu wissen: Nicht alle Betta-Arten sind so aggressiv wie Betta splendens – manche können sogar paarweise oder in Gruppen gehalten werden.

Betta splendens – Siamesischer Kampffisch

Der Klassiker mit unzähligen Zuchtformen. Männchen werden 5–7 cm groß. Durch jahrzehntelange Zucht existieren heute Formen mit Schwanzflossen, die fast so groß wie der gesamte Körper sind. Einzelhaltung der Männchen ist Pflicht. Beliebt bei Anfängern und Züchtern gleichermaßen.

Betta imbellis – Friedlicher Kampffisch

Deutlich friedlicher als Betta splendens. Männchen können unter Umständen paarweise gehalten werden. Kleiner (4–5 cm), mit intensiven Farben. Ideal für Aquarianer, die die Schönheit der Bettas ohne die strikte Einzelhaltung erleben möchten.

Die wichtigsten Zuchtvarietäten bei Betta splendens

Ein Großteil der Faszination für Kampffische liegt in der enormen Vielfalt der Zuchtformen. Die Schwanzflosse ist dabei das wichtigste Erkennungsmerkmal:

ZuchtformSchwanzformBesonderheit
Halfmoon (HM)180°-Halbkreis, symmetrischKönigsdisziplin der Betta-Zucht, sehr begehrt
Crown Tail (CT)Ausgefranste Flossenränder wie eine KroneSehr markantes Erscheinungsbild
Double Tail (DT)Schwanzflosse in zwei separate Lappen geteiltOft kürzerer Körper, besondere Genetik
Veil Tail (VT)Lang, hängend, asymmetrischAm häufigsten im Handel, günstigste Form
Plakat (PK)Kurze, runde FlossenÄhnelt der Wildform, weniger anfällig für Flossenfäule
Dumbo / Elephant EarExtrem große BrustflossenSehr beliebt, erinnert an Elefantenohren
Delta / Super DeltaDreieckige SchwanzflosseÖffnet sich fast zum Halfmoon

Das richtige Aquarium für den Kampffisch

Einer der häufigsten Fehler bei der Kampffisch-Haltung ist ein zu kleines Aquarium. Die kleinen Plastikbehälter, in denen Bettas im Zoohandel verkauft werden, sind keine artgerechte Haltung – sie sind Transportbehälter. Ein Kampffisch braucht Platz, um sein natürliches Verhalten zu zeigen und gesund zu bleiben. Die Mindestgröße für einen einzelnen Betta liegt bei 54 Litern, empfohlen werden 80–100 Liter.

Einrichtung und Bepflanzung

Kampffische lieben ein dicht bepflanztes Aquarium mit vielen Versteckmöglichkeiten. In der Natur leben sie zwischen Wasserpflanzen und Reishalmen – diese Struktur solltest du im Aquarium nachahmen. Geeignete Pflanzen sind Javafarn, Anubias, Vallisneria und Schwimmpflanzen wie Froschbiss oder Wasserlinsen. Letztere haben einen Doppelnutzen: Sie dienen als Rückzugsort und dämpfen das Licht, was Bettas sehr schätzen.

Als Bodengrund eignen sich feiner Sand oder feiner Kies. Ein dunkler Bodengrund lässt die Farben der Männchen besonders gut zur Geltung kommen. Dekorationselemente wie Wurzeln und Steine können als natürliche Reviermarkierungen dienen und Stress reduzieren. Wichtig: Keine scharfkantigen Dekorationen, an denen die empfindlichen Flossen reißen könnten.

Filterung und Strömung

Ein guter Filter ist unverzichtbar. Für Kampffisch-Becken eignen sich Schwammfilter oder gedrosselte Innenfilter am besten. Wichtig: Kampffische mögen keine starke Strömung. Ihre langen Flossen machen das Schwimmen gegen starke Strömung anstrengend und stressig. Der Filterauslass sollte so ausgerichtet sein, dass keine direkte Strömung auf den Fisch trifft.

Wasserwerte und Wasserqualität

Betta splendens ist vergleichsweise robust, was Wasserwerte angeht – aber das bedeutet nicht, dass schlechte Wasserqualität keine Rolle spielt. Besonders Nitrit und Ammoniak können auch für Bettas schnell gefährlich werden. Regelmäßige Wassertests – mindestens einmal pro Woche – sind daher sehr empfehlenswert.

ParameterIdealbereichToleranzbereichHinweis
Temperatur25–27 °C22–30 °CHeizstab unbedingt notwendig
pH-Wert6,5–7,06,0–7,5Leicht sauer bis neutral
Gesamthärte (GH)5–12 °dGH3–20 °dGHWeiches bis mittelhartes Wasser
Karbonathärte (KH)3–6 °dKH2–10 °dKHStabilisiert pH-Wert
Ammonium/Ammoniak0 mg/l< 0,1 mg/l NH₃Sofort handeln bei Anstieg
Nitrit (NO₂)0 mg/l< 0,1 mg/lGiftig, sofort Wasserwechsel
Nitrat (NO₃)< 20 mg/l< 40 mg/lWöchentlicher Wasserwechsel
Sauerstoff> 5 mg/l> 4 mg/lLabyrinth-Organ als Backup

Für die Wasseraufbereitung eignet sich deutsches Leitungswasser in den meisten Regionen gut. Kampffische bevorzugen leicht saures bis neutrales, weiches bis mittelhartes Wasser – ähnlich wie in ihrem natürlichen Lebensraum in Südostasien. In Regionen mit sehr hartem Wasser (über 20 °dGH) empfiehlt sich die Beimischung von Osmosewasser.

Wöchentliche Wasserwechsel von 20–30 % sind essenziell, um Nitrat und andere Abbauprodukte zu verdünnen. Mehr dazu in unserem Artikel über Wasserwerte verstehen.

Ernährung und Fütterung

Kampffische sind Fleischfresser (Karnivore) und benötigen eine proteinreiche Ernährung. Im Gegensatz zu Guppys oder Platys nehmen sie pflanzliche Kost kaum an. Abwechslung ist dennoch wichtig: Eine einseitige Ernährung mit nur einem Futtertyp führt langfristig zu Mangelerscheinungen und verblassenden Farben.

Betta-Pellets / Trockenfutter

Hochwertiges Betta-spezifisches Trockenfutter als Grundlage. Achte auf einen hohen Proteinanteil (mindestens 40 %) und tierische Proteinquellen als erste Zutat. Pellets sind besser als Flocken, da sie weniger das Wasser trüben.

Frostfutter

2–3 Mal pro Woche Frostfutter als Ergänzung: Mückenlarven (rot und schwarz), Artemia, Daphnien und Tubifex. Frostfutter ist sicherer als Lebendfutter, da keine Krankheitserreger übertragen werden.

Lebendfutter

Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Grindal- oder Weißwürmer regt den Jagdinstinkt an und ist besonders für die Konditionierung von Zuchttieren wertvoll. Nur aus sicheren Quellen verwenden.

Fütterungshäufigkeit: 1–2 Mal täglich kleine Portionen, die in 2–3 Minuten vollständig gefressen werden. Überreste sofort entfernen, da sie die Wasserqualität verschlechtern. Einmal pro Woche einen Fastentag einlegen – das fördert die Verdauung und hält den Darm gesund. Überfütterung ist eine häufige Todesursache bei Kampffischen.

Vergesellschaftung mit anderen Fischen

Entgegen der weit verbreiteten Meinung lässt sich ein Kampffisch-Männchen durchaus mit anderen Fischen vergesellschaften – wenn man die richtigen Arten wählt. Grundregel: Keine Fische mit langen, bunten Flossen (werden als Rivalen wahrgenommen), keine aggressiven Arten und keine Flossenknabberer.

ArtEignungHinweis
Panzerwelse (Corydoras)✅ Sehr gutBodenbewohner, ignorieren den Betta
Antennenwels (Ancistrus)✅ Sehr gutAlgenfresser, friedlich, anderer Bereich
Neon-Salmler (Paracheirodon innesi)✅ GutKleine, schnelle Schwarmfische
Zwergbuntbarsche (Apistogramma)⚠️ BedingtNur in großen Becken mit Revieren
Otocinclus (Algenwels)✅ Sehr gutSehr friedlich, anderer Bereich
Guppy (Poecilia reticulata)❌ Nicht geeignetLange Flossen – Betta greift an
Schleierfisch-Varianten❌ Nicht geeignetWerden als Rivalen wahrgenommen
Tigerbarben (Puntigrus tetrazona)❌ Nicht geeignetAggressiv, Flossenknabberer
Kampffisch-Männchen❌ Nicht geeignetKämpfen bis zum Tod
Neocaridina-Garnelen⚠️ BedingtErwachsene oft sicher, Nachwuchs gefährdet
Schnecken (Neritina, Ampullaria)✅ GutWerden meist ignoriert

Mehr zur Vergesellschaftung von Aquarienfischen findest du in unserem ausführlichen Artikel über Fische vergesellschaften.

Zucht und Aufzucht der Jungfische

Die Kampffisch-Zucht ist für viele Aquarianer ein faszinierendes Erlebnis. Anders als bei Guppys, die lebend gebären, legen Kampffische Eier ab. Das Männchen baut zunächst ein Schaumnest aus Luftblasen und Speichel an der Wasseroberfläche – oft unter Schwimmpflanzen oder an der Scheibe.

Das Weibchen wird erst dann dazugesetzt, wenn das Schaumnest fertig ist. Die Paarung ist spektakulär: Das Männchen umschlingt das Weibchen in einer charakteristischen Umarmung (Laichakt), die Eier werden freigesetzt und sofort befruchtet. Das Männchen sammelt die sinkenden Eier auf und trägt sie ins Schaumnest.

Nach dem Ablaichen sollte das Weibchen sofort entfernt werden – das Männchen kann es ansonsten töten. Das Männchen bewacht das Nest alleine und kümmert sich um die Eier, bis die Jungfische nach 24–36 Stunden schlüpfen.

Kampffisch-Männchen bewacht sein Schaumnest in einem bepflanzten Aquarium

Männlicher Kampffisch beim Bewachen des Schaumnests

Jungfische aufziehen

Nach etwa 3–4 Tagen beginnen die Jungfische frei zu schwimmen. Jetzt sollte auch das Männchen entfernt werden, da es die Jungfische sonst fressen kann. Die Jungfische sind winzig und benötigen sehr feines Futter:

1. Infusorien

Einzeller als erste Nahrung für die ersten 3–5 Tage. Können selbst gezüchtet werden (Heu in Wasser einweichen). Alternativ: Flüssigfutter für Jungfische aus dem Fachhandel.

2. Artemia-Nauplien

Ab der zweiten Woche frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Optimale Größe für Jungfische, sehr nährstoffreich. Eier aus dem Fachhandel kaufen und selbst ausbrüten.

3. Mikro-Granulat

Ab der dritten Woche hochwertiges Mikro-Granulat als Ergänzung. Nach 6–8 Wochen können die Jungfische auf normales Betta-Futter umgestellt werden.

Schaumnest und Nachwuchs verantwortungsvoll einordnen

Kampffisch-Zucht braucht mehr als ein Schaumnest

Ein Schaumnest ist zunächst interessantes Verhalten. Die folgenden Ratgeber helfen Dir, Zuchtgedanken, Schutz der Tiere, Kleinstfutter und die spätere Unterbringung der Jungfische ruhig und vorausschauend einzuordnen.

Häufige Krankheiten und Vorbeugung

Gesunde Kampffische in einem gut gepflegten Aquarium erkranken selten. Die meisten Krankheiten entstehen durch Stress, schlechte Wasserqualität, zu niedrige Temperaturen oder die Einschleppung von Erregern durch neue Fische oder Pflanzen. Eine 2–4-wöchige Quarantäne für alle Neuzugänge ist die effektivste Vorbeugungsmaßnahme.

KrankheitSymptomeUrsacheBehandlung
Flossenfäule (Flossenrot)Zerfranste, rote Flossenränder, GewebeverlustBakterien, oft nach Verletzung oder StressWasserwechsel, Antibiotika, Salzbäder
Ichthyophthirius (Weißpünktchen)Weiße Punkte wie Grieß auf Haut und FlossenParasit (Ichthyophthirius multifiliis)Temperatur auf 30 °C erhöhen, Medikamente
Velvet / OodiniumGoldgelber Samtbelag, Kratzen an GegenständenParasit (Oodinium), oft bei StressKupfermittel, Dunkelheit, Temperatur erhöhen
Dropsy / WassersuchtAufgeblähter Bauch, gesträubte Schuppen (Tannenzapfen)Bakterien, NierenversagenOft nicht heilbar, Isolation, Antibiotika versuchen
ColumnarisWeiße Flecken, Flossenfransen, HautgeschwüreBakterien (Flavobacterium columnare)Antibiotika, Salzbäder, Wasserqualität verbessern
Parasitäre WürmerAbmagerung trotz Fressen, weißliche Fäden im KotNematoden (Camallanus u. a.)Levamisol, Fenbendazol
SchwimmblasenstörungSchiefe Lage, Schwierigkeiten beim TauchenÜberfütterung, Verstopfung, InfektionFastentag, Erbsen füttern, Wasser verbessern

Mehr zu Fischkrankheiten und deren Behandlung findest du in unserem ausführlichen Artikel über Fischkrankheiten erkennen und behandeln.

Häufige Fragen zum Kampffisch (FAQ)

Wie groß muss das Aquarium für einen Kampffisch sein?
Mindestens 54 Liter (60 cm Kantenlänge) für einen einzelnen Betta splendens. Empfohlen werden 80–100 Liter, da mehr Platz Stress reduziert und die Wasserqualität stabiler bleibt. Kleinstbecken unter 20 Litern sind keine artgerechte Haltung.
Kann man zwei Kampffisch-Männchen zusammen halten?
Nein. Zwei Männchen kämpfen bis zum Tod. Selbst in sehr großen Becken ist das Risiko zu hoch. Nur ein Männchen pro Becken – ohne Ausnahme.
Welche Wasserwerte braucht ein Kampffisch?
pH 6,0–7,5, Temperatur 24–28 °C, GH 5–15 °dH, KH 2–8 °dH, Nitrit 0 mg/l, Nitrat unter 25 mg/l. Besonders wichtig: stabile Temperatur mit Heizstab und freier Zugang zur Wasseroberfläche.
Was frisst ein Kampffisch?
Kampffische sind Fleischfresser. Ideal sind hochwertiges Betta-Trockenfutter (Pellets), Mückenlarven, Artemia, Daphnien und Tubifex. Pflanzliche Kost wird kaum angenommen und sollte nicht als Hauptfutter verwendet werden.
Wie alt wird ein Kampffisch?
Bei guter Pflege 3–5 Jahre. Im Handel sind viele Bettas bereits 6–12 Monate alt, daher ist die verbleibende Lebenserwartung beim Kauf oft geringer als erwartet. Kaufe Tiere am besten direkt beim Züchter.
Kann man Kampffische mit anderen Fischen halten?
Ja, mit den richtigen Arten. Geeignet sind Panzerwelse (Corydoras), Antennenwelse, kleine Salmler wie Neons und ruhige Zwergbuntbarsche. Ungeeignet sind Fische mit langen Flossen (Guppys, Schleierfische) und aggressive Arten wie Tigerbarben.
Braucht ein Kampffisch einen Filter?
Ja, unbedingt. Obwohl Bettas über das Labyrinth-Organ Luft atmen können, benötigen sie sauberes Wasser. Ein schwach strömender Schwammfilter oder gedrosselter Innenfilter ist ideal – starke Strömung ist für die langen Flossen anstrengend.
Wie erkenne ich ob mein Kampffisch krank ist?
Typische Krankheitszeichen: hängende Flossen, Appetitlosigkeit, Farbverlust, Schuppensträuben (Dropsy), weiße Punkte (Ichthyophthirius), Samtbelag (Velvet) oder Flossenfäule. Reagiere schnell – viele Krankheiten sind bei früher Behandlung heilbar.
Wie züchtet man Kampffische?
Das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche. Das Weibchen wird kurz dazugesetzt, der Laich wird vom Männchen ins Nest gebracht. Nach dem Ablaichen das Weibchen entfernen. Das Männchen bewacht das Nest bis die Jungfische schwimmen (ca. 3–4 Tage).
Was kostet ein Kampffisch?
Einfache Betta splendens kosten 5–15 €. Hochzucht-Formen (Halfmoon, Crown Tail, Dumbo) kosten 20–80 €. Das Aquarium-Setup kostet je nach Größe 80–300 €. Qualitätstiere vom Züchter sind ihr Geld wert.

Fazit: Der Kampffisch – ein Juwel mit besonderen Ansprüchen

Der Kampffisch ist aus gutem Grund einer der beliebtesten Aquarienfische der Welt. Er vereint alles, was einen faszinierenden Aquarienbewohner ausmacht: spektakuläre Farben und Flossen, ein interessantes Verhalten und eine faszinierende Biologie. Mit dem richtigen Aquarium, stabilen Wasserwerten und einer proteinreichen Ernährung wirst du viele Jahre Freude an diesem Einzelgänger haben.

Ob du als Einsteiger dein erstes Aquarium einrichtest oder als erfahrener Aquarianer eine neue Zuchtlinie aufbauen möchtest – der Kampffisch ist immer eine besondere Wahl. Respektiere seine Bedürfnisse, gib ihm ausreichend Platz und du wirst mit einem gesunden, farbenfrohen Tier belohnt, das dich mit seinem Verhalten täglich aufs Neue fasziniert.

Weiterführende Artikel

Artikel teilen

Autor: Rainer Stolte · Aquaristik-Experte mit über 20 Jahren Erfahrung in der Süßwasseraquaristik · Zuletzt aktualisiert: März 2026 · Über uns