Tiere & Besatz
Von Fischen über Garnelen bis zur richtigen Vergesellschaftung
Warum die richtige Besatzplanung entscheidend ist
Die Auswahl der Aquarienbewohner ist keine Geschmacksfrage allein - sie muss zu Beckengröße, Wasserwerten und Einrichtung passen. Nicht jeder Fisch verträgt sich mit jedem anderen, und nicht alle Arten haben die gleichen Ansprüche. Falsche Vergesellschaftung führt zu Stress, Aggression und im schlimmsten Fall zu Verlusten.
Typische Probleme entstehen durch Überbelegung, unverträgliche Arten oder falsche Gruppengröße. Schwarmfische, die einzeln gehalten werden, verkümmern. Aggressive Arten terrorisieren friedliche Mitbewohner. Zu viele Fische belasten das biologische Gleichgewicht und führen zu schlechter Wasserqualität. Gute Planung verhindert diese Fehler.
Was du auf dieser Seite lernst:
- Wie du die richtige Besatzdichte für dein Becken berechnest
- Welche Fische und Garnelen für Einsteiger geeignet sind
- Wie du unverträgliche Arten erkennst und Konflikte vermeidest
- Welche Gruppengröße für Schwarmfische notwendig ist
Besatzdichte richtig berechnen - Schritt für Schritt
Die Besatzdichte bestimmt, wie viele Fische in ein Aquarium passen. Zu viele Fische führen zu Stress, Aggression und schlechter Wasserqualität. Zu wenige Fische wirken verloren und zeigen kein natürliches Verhalten. Die richtige Balance hängt von Fischgröße, Aktivität und Sozialverhalten ab.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Besatz planen
1Nettovolumen berechnen
Das Bruttovolumen (z.B. 100 Liter) ist nicht das Nettovolumen. Abzüglich Bodengrund, Deko und Technik bleiben oft nur 70-80% übrig. Ein 100-Liter-Becken hat also real etwa 70-80 Liter Wasser. Dieses Nettovolumen ist die Grundlage für die Besatzberechnung.
2Faustregel anwenden
Klassische Faustregel: 1 cm Fischlänge pro Liter Wasser. Aber Vorsicht: Diese Regel gilt nur für kleine, schlanke Fische (z.B. Neons). Hochrückige Fische (z.B. Skalare) brauchen mehr Platz. Bodenbewohner (z.B. Panzerwelse) zählen nach Grundfläche, nicht nach Volumen.
3Schwarmgröße beachten
Schwarmfische brauchen Artgenossen - mindestens 6-10 Tiere. Einzelne Neons oder Guppys zeigen kein natürliches Verhalten und verkümmern. Plane also nicht 10 verschiedene Arten mit je 2 Tieren, sondern 2-3 Arten mit je 8-12 Tieren.
4Revierverhalten prüfen
Revierbildende Fische (z.B. Zwergbuntbarsche) brauchen Platz und Struktur. Pro Paar mindestens 40-50 cm Beckenlänge einplanen. Mehrere Paare nur in großen Becken (ab 200 Liter) mit vielen Verstecken. Sonst kommt es zu dauerhaften Kämpfen.
5Schrittweise besetzen
Nie alle Fische auf einmal einsetzen. Das biologische Gleichgewicht braucht Zeit zur Anpassung. Besser: Erst eine Gruppe, 2 Wochen warten, dann die nächste. So kann der Filter die steigende Belastung verkraften. Nitrit täglich messen während der Besatzphase.
Übersicht: Besatzbeispiele nach Beckengröße
| Beckengröße | Besatzbeispiel | Besonderheiten |
|---|---|---|
| 54 Liter (60 cm) | 10 Neons + 6 Panzerwelse + 10 Red Fire Garnelen | Nur kleine Fische, keine Revierbildner |
| 112 Liter (80 cm) | 15 Neons + 8 Panzerwelse + 1 Paar Zwergbuntbarsche | Ausreichend Verstecke für Buntbarsche |
| 180 Liter (100 cm) | 20 Neons + 10 Panzerwelse + 8 Guppys + 2 Paare Zwergbuntbarsche | Mehrere Reviere mit Sichtschutz |
| 240 Liter (120 cm) | 25 Neons + 12 Panzerwelse + 1 Paar Skalare + 10 Otocinclus | Skalare brauchen Höhe (mind. 50 cm) |
| 450 Liter (150 cm) | 30 Neons + 15 Panzerwelse + 2 Paare Skalare + 20 Guppys | Große Schwärme möglich |
[PRODUKT 1 - FUTTER/TIERE]
[Produktbeschreibung wird später eingefügt]
- Zu viele verschiedene Arten - besser wenige Arten in größeren Gruppen
- Schwarmfische in zu kleinen Gruppen (unter 6 Tiere) - zeigen kein natürliches Verhalten
- Alle Fische auf einmal einsetzen - überfordert das biologische Gleichgewicht
- Endgröße der Fische nicht beachten - Skalare werden 15 cm groß
[PRODUKT 2 - FUTTER/TIERE]
[Produktbeschreibung wird später eingefügt]
Praxisbeispiel: Fische jagen sich gegenseitig
Szenario
In einem 112-Liter-Becken leben 2 Paare Zwergbuntbarsche, 10 Neons und 6 Panzerwelse. Seit einigen Tagen jagt ein Buntbarsch-Männchen das andere ständig. Das verfolgte Männchen versteckt sich nur noch und frisst nicht mehr.
Das Becken ist zu klein für zwei Paare Zwergbuntbarsche. 112 Liter reichen gerade für ein Paar. Zwei Paare brauchen mindestens 180-200 Liter mit klarer Revierabgrenzung durch Wurzeln und Pflanzen. Das dominante Männchen verteidigt sein Revier.
Revierverhalten ist normal, aber in zu kleinen Becken artet es in Dauerstress aus. Das verfolgte Männchen wird geschwächt, anfällig für Krankheiten und stirbt möglicherweise. Die Neons und Panzerwelse sind nicht betroffen - sie leben in anderen Wasserschichten.
Ein Paar muss raus - entweder zurück zum Händler oder in ein anderes Becken. Alternativ: Becken stark umgestalten, um neue Reviere zu schaffen. Aber langfristig ist das Becken zu klein. Besser: Nur ein Paar halten und dafür die Schwarmgröße der Neons erhöhen.
Checkliste: Besatz planen
Diese Checkliste hilft dir, Fehler bei der Besatzplanung zu vermeiden. Vor dem Kauf durchgehen!
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Häufig gestellte Fragen zu Besatz
Faustregel: 1 cm Fischlänge pro Liter Nettovolumen - aber nur für kleine, schlanke Fische. Hochrückige Fische (Skalare) brauchen mehr Platz. Besser: Nach konkreten Besatzbeispielen für deine Beckengröße suchen und diese als Orientierung nutzen.
Ja, aber Guppys fressen Garnelen-Nachwuchs. Ausgewachsene Garnelen sind sicher. Wer Garnelen züchten will, sollte sie lieber ohne Fische halten. Amano-Garnelen sind groß genug, dass auch der Nachwuchs nicht gefressen wird.
Entweder ist die Gruppe zu klein (unter 10 Tiere) oder die Fische fühlen sich zu sicher. In der Natur schwimmen Fische im Schwarm, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Im Aquarium ohne Bedrohung verteilen sie sich oft. Das ist normal und kein Problem.
Robuste Arten wie Guppys, Platys, Panzerwelse, Neons und Antennenwelse. Sie verzeihen Anfängerfehler und sind anspruchslos. Finger weg von Diskus, Skalaren (brauchen große Becken) und Kampffischen (Einzelhaltung, empfindlich).
Empfehlenswert, aber nicht zwingend. Quarantäne (2-4 Wochen in separatem Becken) verhindert, dass Krankheiten ins Hauptbecken eingeschleppt werden. Wer vom seriösen Züchter kauft, kann darauf verzichten. Bei Zoohandlungen besser vorsichtig sein.
Vertiefende Artikel zu Besatz
Kurz erklärt: Besatzplanung
Die Besatzdichte richtet sich nach Beckengröße, Fischgröße und Sozialverhalten. Schwarmfische brauchen mindestens 6-10 Artgenossen. Revierbildner brauchen Platz und Struktur. Nie alle Fische auf einmal einsetzen - das biologische Gleichgewicht braucht Zeit zur Anpassung.
Weniger ist mehr: Besser wenige Arten in größeren Gruppen als viele Arten mit je 2-3 Tieren. Überbelegung führt zu Stress, Aggression und schlechter Wasserqualität. Die Faustregel von 1 cm pro Liter gilt nur für kleine, schlanke Fische - hochrückige Arten brauchen deutlich mehr Platz.