Erster Besatz im Aquarium – Neontetras in einem bepflanzten Becken

Der erste Besatz im Aquarium

Welche Fische zuerst einsetzen – und wie du Fehler von Anfang an vermeidest

Das Wichtigste auf einen Blick

Den ersten Besatz solltest du erst starten, wenn der Nitritwert dauerhaft bei Null liegt – das dauert meist 3–6 Wochen. Beginne mit robusten Pionierfischen wie Guppys (Poecilia reticulata), Platys (Xiphophorus maculatus) oder Panzerwelsen (Corydoras spp.) und setze weitere Arten erst nach 2–3 Wochen hinzu. Die richtige Eingewöhnung per Tröpfchenmethode schützt die Fische vor Schock. Weniger Fische bedeuten mehr Stabilität – ein leicht unterbesetztes Becken ist immer besser als ein überfülltes.

1.Wann ist das Aquarium bereit für Fische?

Bevor der erste Fisch ins Becken kommt, sollte der Stickstoffkreislauf vollständig etabliert sein. Während der Einlaufphase wandeln Bakterienkulturen das giftige Ammoniak (NH₃/NH₄⁺) zunächst in Nitrit (NO₂⁻) und dann in das deutlich weniger schädliche Nitrat (NO₃⁻) um. Dieser Prozess dauert in der Regel 3–6 Wochen.

Das Zeichen, dass das Becken bereit ist: Der Nitritwert liegt dauerhaft bei 0 mg/l. Messe täglich mit einem zuverlässigen Tropfentest – Schnellteststreifen sind hier zu ungenau. Starterbakterien aus dem Fachhandel können die Einlaufphase auf 1–2 Wochen verkürzen.

Auch die Temperatur, der pH-Wert und die Wasserhärte sollten bereits auf die gewünschten Fischarten abgestimmt sein, bevor der erste Besatz eingesetzt wird.

Wassertestkit für Nitrit und pH-Wert vor dem ersten Besatz

Regelmäßige Wassertests sind vor dem ersten Besatz unverzichtbar

2.Die richtigen Pionierfische auswählen

Pionierfische sind Arten, die auch leichte Schwankungen der Wasserwerte gut tolerieren und sich schnell eingewöhnen. Sie bilden die Grundlage für ein stabiles Ökosystem und helfen dem Filter, sich weiter einzufahren.

Bewährte Pionierfische für Anfänger sind Guppys (Poecilia reticulata), Platys (Xiphophorus maculatus), Mollys (Poecilia sphenops) und Panzerwelse (Corydoras paleatus). Auch Neonsalmler (Paracheirodon innesi) eignen sich gut, wenn die Wasserwerte bereits stabil sind.

Wichtig: Kaufe Fische immer im seriösen Fachhandel. Achte auf aktive, agile Tiere ohne sichtbare Krankheitszeichen wie Flossenfäule, weiße Pünktchen (Ichthyophthirius multifiliis) oder eingefallene Bäuche.

Guppys und Platys als ideale Pionierfische für Anfänger

Guppys und Platys sind klassische Pionierfische für Einsteiger

FischartLatein. NameMindestbeckenWasserwerteBesonderheit
GuppyPoecilia reticulata54 l / 60 cmpH 7–8, GH 10–20Lebendgebärend, sehr robust
PlatyXiphophorus maculatus54 l / 60 cmpH 7–8, GH 10–20Viele Farbvarianten, friedlich
MollyPoecilia sphenops80 lpH 7,5–8,5, GH 15–30Bevorzugt leicht hartes Wasser
NeonsalmlerParacheirodon innesi54 l / 60 cmpH 5,5–7, GH 5–15Schwarmfisch, mind. 10 Tiere
PanzerwelsCorydoras paleatus54 l / 60 cmpH 6–7,5, GH 5–15Bodenfisch, braucht Sand
ZwergbärblingBoraras brigittae30 lpH 6–7, GH 3–10Ideal für Nano-Becken

3.Fische richtig eingewöhnen

Die Eingewöhnung ist ein kritischer Moment – ein Temperatur- oder Wasserwert-Schock kann die Fische ernsthaft schwächen. Die bewährte Tröpfchenmethode schützt die Tiere zuverlässig vor Stress.

So geht es: Den Transportbeutel zunächst 15–20 Minuten geschlossen auf der Wasseroberfläche schwimmen lassen, damit sich die Temperatur angleicht. Dann den Beutel öffnen und über einen Zeitraum von 30–60 Minuten tröpfchenweise Aquarienwasser hinzufügen – am besten mit einem dünnen Schlauch oder einer Pipette. Danach die Fische vorsichtig mit einem Kescher umsetzen. Das Transportwasser sollte nicht ins Becken gelangen, da es Krankheitserreger enthalten kann.

Nach dem Einsetzen das Licht für 1–2 Stunden gedimmt lassen und die Fische nicht sofort füttern. Lass ihnen Zeit, das neue Zuhause in Ruhe zu erkunden.

Transportbeutel mit Fischen schwimmt im Aquarium zur Temperaturangleichung

Den Beutel erst schwimmen lassen, dann langsam Aquarienwasser hinzufügen

4.Besatzplan und Besatzdichte

Ein durchdachter Besatzplan verhindert Überbesatz und Revierkonflikte. Die alte Faustregel „1 cm Fisch pro Liter" ist nur eine grobe Orientierung – sie berücksichtigt weder Endgröße noch Sozialverhalten. Viel wichtiger ist es, die Besatzdichte schrittweise aufzubauen.

Starte mit einer kleinen Gruppe robuster Pionierfische (5–8 Tiere) und warte 2–3 Wochen, bevor du weitere Arten hinzufügst. Beobachte in dieser Zeit die Wasserwerte und das Verhalten der Fische genau. Erst wenn alles stabil ist, kommt die nächste Gruppe.

Plane außerdem die Wasserschichten: Schwarmfische im Mittelwasser, Bodenfische für den Bodenbereich, und ggf. Labyrinthfische für die Oberfläche. So nutzt du das Becken optimal und reduzierst Stress durch Revierkonflikte.

Besatz nach Aquariumgröße

Erst die Aquariumgröße, dann den konkreten Besatz wählen

Die Größe allein entscheidet nicht. Die neuen Größen-Ratgeber verbinden Literzahl und Aquariumlänge mit vollständigen Gruppen, Wasserwerten und Einrichtung. Wähle dort eine passende Alternative, bevor Du die erste Gruppe einsetzt.

Zu den Besatzvorschlägen nach Größe →

5.Häufige Fehler beim ersten Besatz

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Zu früh Fische einsetzen

Das Aquarium ist biologisch noch nicht stabil. Der Nitritpeak kann die Fische innerhalb weniger Stunden töten. Warte, bis NO₂ dauerhaft bei Null liegt.

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Zu viele Fische auf einmal

Das Filtersystem wird überfordert, die Wasserqualität bricht ein. Starte mit wenigen Pionierfischen und baue den Besatz langsam auf.

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Unpassende Fischkombinationen

Aggressionen, Stress und Krankheiten entstehen, wenn Fische mit unterschiedlichen Bedürfnissen oder Revierverhalten zusammengehalten werden. Recherchiere vor dem Kauf.

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Transportwasser ins Becken

Das Wasser aus dem Transportbeutel kann Krankheitserreger enthalten. Fische immer mit einem Kescher umsetzen, Wasser wegschütten.

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Sofort nach dem Einsetzen füttern

Gestresste Fische fressen nicht und das Futter verschmutzt das Wasser. Warte mindestens 24 Stunden mit der ersten Fütterung.

6.Häufige Fragen zum ersten Besatz

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Weiterführende Ratgeber

Rainer Stolte

Autor

Rainer Stolte

Rainer Stolte ist leidenschaftlicher Aquarianer, Unternehmer und Autor mit über 30 Jahren Erfahrung. Den ersten Besatz richtig zu planen und einzuführen hat er in unzähligen Aquarien geübt – und weiß, welche Fehler Einsteiger am häufigsten machen. Als Inhaber mehrerer Aquaristikunternehmen gibt er sein Wissen auf aquarium-wissen.de praxisnah weiter.