Fischfutter im Aquarium
Flocken, Granulat, Frostfutter – richtige Fütterung für gesunde Fische
Die richtige Fütterung ist entscheidend für gesunde, farbenfrohe Fische. Überfütterung ist der häufigste Fehler und führt zu Wasserbelastung, Algen und kranken Fischen. Unterfütterung schwächt Fische und macht sie anfällig für Krankheiten.
Es gibt viele Futtersorten: Flockenfutter, Granulat, Tabletten, Frostfutter, Lebendfutter. Jede Fischart hat andere Bedürfnisse – Allesfresser, Fleischfresser, Pflanzenfresser. Die richtige Kombination sorgt für optimale Ernährung.
Futtersorten im Überblick
Flockenfutter
Eigenschaften: Schwimmt an der Oberfläche, saugt sich mit Wasser voll und sinkt langsam. Standard-Futter für die meisten Fische.
Für wen: Oberflächenfische (Guppys, Platys, Mollys, Schwertträger), Allesfresser. Nicht ideal für Bodenfische (Welse) – Futter erreicht Boden oft nicht.
Vorteile: Günstig (5-10€ für 250ml), einfach dosierbar, für Einsteiger geeignet, lange haltbar.
Nachteile: Zerfällt schnell → trübes Wasser bei Überfütterung. Nährstoffgehalt oft niedriger als bei Granulat.
Granulat
Eigenschaften: Kleine Kügelchen (1-3mm), sinken langsam, erreichen alle Wasserschichten. Höherer Nährstoffgehalt als Flocken.
Für wen: Alle Fischarten. Besonders für Buntbarsche, Skalare, Diskus. Schwimmgranulat für Oberflächenfische, sinkendes Granulat für Bodenfische.
Vorteile: Hoher Nährstoffgehalt, zerfällt nicht, belastet Wasser weniger, für alle Wasserschichten.
Nachteile: Teurer als Flocken (10-15€ für 250ml). Größe muss zur Fischgröße passen (kleine Fische fressen große Körner nicht).
Tabletten und Chips
Eigenschaften: Große, feste Tabletten (10-15mm), sinken sofort zum Boden. Lösen sich langsam auf (über 1-2 Stunden).
Für wen: Bodenfische (Welse, Panzerwelse, Dornaugen), Garnelen, Schnecken. Auch für nachtaktive Fische (füttern abends).
Vorteile: Erreichen Bodenfische sicher, andere Fische kommen nicht ran, hoher Nährstoffgehalt.
Nachteile: Können Wasser belasten, wenn zu viel gefüttert wird (Reste entfernen). Teurer als Flocken.
Frostfutter
Eigenschaften: Tiefgefrorene Futtertiere (Mückenlarven, Artemia, Cyclops, Tubifex, Daphnien). Natürliches Futter, hoher Nährstoffgehalt.
Für wen: Fleischfresser (Buntbarsche, Skalare, Diskus, Kampffische), als Ergänzung für alle Fische. Fördert Laichbereitschaft.
Vorteile: Sehr nahrhaft, natürlich, Fische lieben es, fördert Farben und Wachstum.
Nachteile: Teuer (3-5€ pro 100g), muss tiefgekühlt gelagert werden, belastet Wasser stärker als Trockenfutter (Reste entfernen).
Lebendfutter
Eigenschaften: Lebende Futtertiere (Artemia, Mückenlarven, Wasserflöhe, Tubifex). Natürlichstes Futter, höchster Nährstoffgehalt.
Für wen: Fleischfresser, Jungfische (Artemia-Nauplien), zur Zucht. Fördert natürliches Jagdverhalten.
Vorteile: Beste Nährstoffqualität, natürliches Verhalten, ideal für Zucht und Jungfische.
Nachteile: Teuer, aufwändig (selbst züchten oder kaufen), Krankheitsrisiko (Parasiten), belastet Wasser stark.
Gemüse und Spirulina
Eigenschaften: Pflanzliches Futter (Gurke, Zucchini, Salat, Spinat, Spirulina-Flocken). Für Pflanzenfresser.
Für wen: Pflanzenfresser (Antennenwelse, Ohrgitterharnischwelse, Mollys, Silberflossenblatt). Auch als Ergänzung für Allesfresser.
Anwendung: Gemüse blanchieren (kurz in kochendes Wasser), mit Futterklammer am Boden befestigen. Reste nach 24h entfernen.
Futter nach Fischart
| Fischart | Ernährung | Empfohlenes Futter |
|---|---|---|
| Guppys, Platys, Mollys | Allesfresser | Flockenfutter, Granulat, Frostfutter |
| Neons, Salmler | Allesfresser | Feines Granulat, Flocken, Cyclops |
| Buntbarsche, Skalare | Fleischfresser | Granulat, Frostfutter (Mückenlarven) |
| Diskus | Fleischfresser | Frostfutter (Artemia, Mückenlarven) |
| Welse, Panzerwelse | Allesfresser | Tabletten, Chips, Frostfutter |
| Antennenwelse | Pflanzenfresser | Spirulina-Tabletten, Gemüse (Gurke) |
| Kampffische | Fleischfresser | Granulat, Frostfutter (Mückenlarven) |
| Garnelen | Allesfresser | Garnelenfutter (Tabletten), Laub |
Richtig füttern – Menge und Häufigkeit
Wie oft füttern?
Faustregel: 1-2x täglich, nur so viel wie in 2-3 Minuten gefressen wird. Überfütterung ist der häufigste Fehler!
Jungfische: 3-4x täglich (kleiner Magen, schnelles Wachstum). Erwachsene Fische: 1-2x täglich.
Fastentag: 1x pro Woche nicht füttern. Entlastet Verdauung, verhindert Verfettung, fördert Gesundheit. Fische kommen problemlos 1-2 Wochen ohne Futter aus.
Wie viel füttern?
Regel: Nur so viel, wie in 2-3 Minuten gefressen wird. Reste sollten nicht am Boden liegen bleiben.
Zu wenig: Fische werden dünn, schwach, anfällig für Krankheiten. Aber: Besser zu wenig als zu viel!
Zu viel: Futterreste verrotten → Ammoniak, Nitrit steigen → Fische vergiftet. Algen wachsen (Nährstoffüberschuss). Fische verfetten, werden träge.
Fütterungszeiten
Morgens und abends: Fische sind aktiv, fressen gut. Nicht direkt nach Beleuchtung an (Fische brauchen Zeit zum Aufwachen).
Nachtaktive Fische (Welse): Abends füttern (Tabletten), wenn Licht aus ist. Andere Fische schlafen, Welse fressen in Ruhe.
Urlaub – Fütterung während Abwesenheit
Bis 1 Woche: Nicht füttern. Fische kommen problemlos 7-10 Tage ohne Futter aus. Besser als Überfütterung durch Nachbarn.
Über 1 Woche: Futterautomat (30-50€) oder vertrauenswürdige Person. Futter portionieren (Pillendose), genaue Anleitung geben.
Futterwürfel (Wochenend-Futter): Lösen sich langsam auf. Nur Notlösung – belasten Wasser stark. Besser: gar nicht füttern.
Häufige Fehler beim Füttern
1. Überfütterung
Häufigster Fehler! Zu viel Futter → Reste verrotten → Ammoniak, Nitrit steigen → Fische vergiftet. Algen wachsen (Nährstoffüberschuss).
Lösung: Weniger füttern. Lieber zu wenig als zu viel. Futterreste nach 5 Minuten absaugen.
2. Einseitige Ernährung
Problem: Nur Flockenfutter → Mangelerscheinungen, schwache Farben, Krankheitsanfälligkeit.
Lösung: Abwechslung! Flocken + Granulat + Frostfutter + Gemüse (für Pflanzenfresser). Verschiedene Futtersorten im Wechsel.
3. Falsches Futter für Fischart
Problem: Bodenfische (Welse) bekommen nur Flockenfutter → verhungern (Futter erreicht Boden nicht). Pflanzenfresser (Antennenwelse) bekommen nur Fleischfutter → Mangelerscheinungen.
Lösung: Futter an Fischart anpassen. Bodenfische: Tabletten. Pflanzenfresser: Spirulina + Gemüse. Fleischfresser: Frostfutter.
4. Altes Futter verwenden
Problem: Futter verliert nach 6-12 Monaten Nährstoffe (Vitamine zerfallen). Fische werden unterversorgt.
Lösung: Futter nach Anbruch innerhalb 6 Monaten verbrauchen. Kühl und trocken lagern (nicht über Aquarium – Feuchtigkeit). Haltbarkeitsdatum beachten.
Häufig gestellte Fragen zu Fischfutter
Welches Futter ist das beste für meine Fische?
Kommt auf die Fischart an. Allesfresser (Guppys, Platys): Flockenfutter. Bodenfische (Welse, Panzerwelse): Tabletten/Chips. Fleischfresser (Buntbarsche, Skalare): Granulat + Frostfutter. Pflanzenfresser (Antennenwelse): Spirulina-Flocken + Gemüse.
Wie oft sollte ich füttern?
1-2x täglich, nur so viel wie in 2-3 Minuten gefressen wird. Überfütterung = häufigster Fehler → Wasserbelastung, Algen, kranke Fische. Besser zu wenig als zu viel. 1 Fastentag pro Woche ist gesund.
Flocken oder Granulat?
Flocken: Schwimmen oben, für Oberflächenfische (Guppys, Platys). Granulat: Sinkt langsam, für alle Wasserschichten. Tabletten: Sinken schnell, für Bodenfische (Welse). Am besten: Kombination aus mehreren Futtersorten.