Regenbogenfische (Melanotaenia) im Aquarium
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Regenbogenfisch im Aquarium

Lebende Farbenspiele – die farbenprächtigsten Schwarmfische für das Süßwasseraquarium

Das Wichtigste auf einen Blick

Familie: Melanotaeniidae (Regenbogenfische)
Herkunft: Australien, Neuguinea, Sulawesi
Größe: 5–15 cm (je nach Art)
Temperatur: 22–26 °C
pH-Wert: 7,0–8,0
GH: 8–20 °dH (bevorzugen härteres Wasser)
Aquariumgröße: Ab 100 cm Länge (120 cm empfohlen)
Gruppengröße: Mindestens 8–10 Tiere
Schwierigkeitsgrad: Einfach bis mittel
Besonderheit: Farben leuchten am stärksten morgens im Sonnenlicht

Regenbogenfische – lebende Farbenspiele aus Australien und Neuguinea

Wer einmal einen gut gepflegten Schwarm Regenbogenfische im Morgenlicht gesehen hat, vergisst diesen Anblick nicht mehr. Kein anderer Süßwasserfisch vereint so viele leuchtende Farben in einem einzigen Körper: Blau, Grün, Orange, Rot und Silber schimmern gleichzeitig, je nachdem wie das Licht auf die irisierenden Schuppen fällt. Dieses Farbenspiel hat der Familie der Melanotaeniidae – den Regenbogenfischen – ihren Namen gegeben.

Regenbogenfische stammen ursprünglich aus Australien, Neuguinea und einigen Inseln Südostasiens. Dort leben sie in klaren, oft leicht alkalischen Seen, Flüssen und Bächen mit üppiger Unterwasservegetation. Diese Herkunft erklärt ihre Vorliebe für härteres, leicht alkalisches Wasser – ein Unterschied zu vielen anderen tropischen Aquarienfischen, die weiches, saures Wasser bevorzugen.

Mit über 100 beschriebenen Arten bietet die Familie eine enorme Vielfalt: von kleinen, zierlichen Arten wie dem nur 5 cm großen Neon-Regenbogenfisch bis hin zu stattlichen Tieren wie dem 15 cm großen Australischen Regenbogenfisch. Was alle Arten gemeinsam haben: Sie sind friedlich, aktiv, farbenprächtig und gedeihen am besten in einer ausreichend großen Gruppe.

Die beliebtesten Regenbogenfisch-Arten im Überblick

Die Auswahl an Regenbogenfischen im Handel ist groß. Für Einsteiger empfehlen sich vor allem robuste, gut verträgliche Arten. Für erfahrene Aquarianer bieten seltene Arten aus Neuguinea und Sulawesi besondere Herausforderungen und Belohnungen.

ArtWissenschaftl. NameGrößeFarbenSchwierigkeit
Neon-RegenbogenfischMelanotaenia praecox5–6 cmLeuchtendes Blau, rote FlossenEinfach
Bosemani-RegenbogenfischMelanotaenia boesemani9–11 cmBlau-orange ZweifärbungEinfach
Australischer RegenbogenfischMelanotaenia splendida10–12 cmGrün-blau-orangeEinfach
Lachs-RegenbogenfischGlossolepis incisus12–15 cmIntensives Rot (Männchen)Mittel
Threadfin-RegenbogenfischIriatherina werneri4–5 cmSilber, lange FlossenfädenMittel

Haltung: Was Regenbogenfische wirklich brauchen

Regenbogenfische sind aktive Schwimmer, die viel Platz brauchen. Das Aquarium sollte mindestens 100 cm lang sein – besser 120 cm oder mehr. Die Länge ist dabei wichtiger als das Volumen: Regenbogenfische schwimmen bevorzugt in der Längsrichtung und brauchen freie Schwimmzonen. Eine Kombination aus offenen Schwimmbereichen und dicht bepflanzten Randzonen entspricht ihrem natürlichen Lebensraum.

Ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Tropenfischen: Regenbogenfische bevorzugen härteres, leicht alkalisches Wasser (pH 7,0–8,0, GH 8–20 °dH). In weichem, saurem Wasser bleiben sie oft blass und anfällig für Krankheiten. Wer in einer Region mit weichem Leitungswasser wohnt, sollte das Wasser mit etwas Magnesiumsulfat oder durch Zugabe von Korallensand aufhärten.

🏊 Aquariumgröße

Mindestens 100 cm Länge. Für Gruppen ab 10 Tieren: 120 cm. Freie Schwimmzone im vorderen Drittel wichtig.

💧 Wasserwerte

pH 7,0–8,0, GH 8–20 °dH, Temp. 22–26 °C. Regelmäßige Wasserwechsel (25–30 % wöchentlich) wichtig für Farbenintensität.

👥 Gruppengröße

Mindestens 8–10 Tiere. Gemischter Schwarm (♂:♀ = 1:2). Männchen zeigen in Gegenwart von Weibchen ihre schönsten Farben.

Vergesellschaftung: Ideale Mitbewohner für Regenbogenfische

Regenbogenfische gehören zu den friedlichsten Aquarienfischen überhaupt. Sie zeigen keinerlei Aggressionen gegenüber anderen Fischen und sind auch untereinander sehr verträglich – selbst wenn mehrere Männchen in einem Aquarium gehalten werden. Diese Friedfertigkeit macht sie zu idealen Gesellschaftsfischen für gemischte Aquarien.

Besonders harmonisch ist die Kombination mit anderen friedlichen Schwarmfischen der mittleren Wasserschicht, Bodenbewohnern wie Panzerwelsen (Corydoras) und Algenfressern wie Otocinclus-Welsen. Amano-Garnelen und größere Neocaridina-Garnelen sind ebenfalls gute Mitbewohner – kleine Garnelen können jedoch von größeren Regenbogenfischen als Futter betrachtet werden.

MitbewohnerVerträglichkeitHinweis
Corydoras (Panzerwelse)✅ Sehr gutVerschiedene Wasserschichten, kein Konkurrenzverhalten
Salmler (Neons, Salmler)✅ Sehr gutÄhnliche Wasserwerte, friedlich
Amano-Garnelen✅ GutGroß genug, um nicht gefressen zu werden
Kleine Garnelen (Neocaridina)⚠️ BedingtKönnen von größeren Regenbogenfischen gefressen werden
Cichliden (Buntbarsche)❌ Nicht geeignetZu aggressiv, stressen Regenbogenfische

Ernährung: Abwechslung für leuchtende Farben

Regenbogenfische sind Allesfresser mit einer deutlichen Vorliebe für tierisches Futter. In der Natur ernähren sie sich von Insekten, Kleinkrebsen, Würmern und Algen. Im Aquarium sollte die Ernährung diese Vielfalt widerspiegeln: Ein hochwertiges Flockenfutter bildet die Basis, wird aber durch regelmäßige Gaben von Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien) und gelegentlich Lebendfutter deutlich aufgewertet.

Besonders wichtig für die Farbintensität ist eine ausreichende Versorgung mit Carotinoiden – natürlichen Farbpigmenten, die in Artemia, Krill und roten Mückenlarven reichlich vorhanden sind. Fische, die regelmäßig solches Futter bekommen, zeigen deutlich leuchtendere Farben als solche, die nur Trockenfutter erhalten. Zwei bis drei Fütterungen pro Tag in kleinen Portionen sind ideal.

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Häufige Fragen zum Regenbogenfisch (FAQ)

Je nach Art werden Regenbogenfische zwischen 5 und 15 cm groß. Kleine Arten wie der Neon-Regenbogenfisch (Melanotaenia praecox) bleiben bei 5–6 cm, mittelgroße Arten wie der Australische Regenbogenfisch (M. splendida) erreichen 10–12 cm, und der Bosemani-Regenbogenfisch (M. boesemani) wird bis zu 11 cm groß. Für die meisten Arten empfiehlt sich ein Aquarium ab 120 cm Länge.

Regenbogenfische sind Schwarmfische und sollten immer in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden. Kleinere Gruppen führen zu Stress und blassen Farben. Ideal ist ein gemischter Schwarm aus Männchen und Weibchen im Verhältnis 1:2 (ein Männchen auf zwei Weibchen), da Männchen in Gegenwart von Weibchen ihre schönsten Farben zeigen.

Blasse Farben bei Regenbogenfischen haben meist folgende Ursachen: zu kleine Gruppe (unter 8 Tiere), Stress durch aggressive Mitbewohner, schlechte Wasserqualität (erhöhtes Nitrat, falscher pH), zu wenig Licht oder falsche Ernährung. Regenbogenfische zeigen ihre leuchtendsten Farben morgens im Sonnenlicht – das ist biologisch bedingt und normal.

Die meisten Regenbogenfische bevorzugen Temperaturen zwischen 22 und 26 °C. Australische Arten (Melanotaenia) vertragen auch etwas kühlere Temperaturen (20–24 °C), während Neuguinea-Arten eher wärmer mögen (24–28 °C). Wichtig ist eine stabile Temperatur ohne starke Schwankungen.

Regenbogenfische sind sehr friedlich und vertragen sich mit den meisten anderen Fischen. Gut geeignet sind andere Schwarmfische (Salmler, Bärblinge), Bodenbewohner (Corydoras, Panzerwelse) und Garnelen (Amano-Garnelen, größere Neocaridina). Nicht geeignet sind aggressive Cichliden und sehr kleine Fische, die als Futter betrachtet werden könnten.

Regenbogenfische sind Allesfresser mit Vorliebe für tierisches Futter. Ideal ist eine abwechslungsreiche Ernährung: hochwertiges Flockenfutter als Basis, ergänzt durch Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien) und gelegentlich Lebendfutter. Pflanzliche Anteile (Spirulina-Flocken, blanchierter Spinat) werden ebenfalls gerne genommen.

Ja, Regenbogenfische vermehren sich im Aquarium relativ leicht. Sie laichen in feinem Moos oder Javamoos ab. Die Eier schlüpfen nach 7–10 Tagen. Die Eltern fressen die Eier nicht aktiv, aber die Jungfische sind sehr klein und brauchen Infusorien oder Staubfutter. Ein separates Aufzuchtbecken erhöht die Überlebensrate deutlich.

Der Neon-Regenbogenfisch (Melanotaenia praecox) ist ideal für Einsteiger: klein (5–6 cm), robust, sehr farbenfroh (leuchtend blau mit roten Flossen) und anspruchslos. Auch der Australische Regenbogenfisch (M. splendida) und der Bosemani-Regenbogenfisch (M. boesemani) sind beliebte Einsteiger-Arten. Alle drei sind gut verträglich und leicht zu halten.

Regenbogenfische werden bei guter Pflege 5–8 Jahre alt. Für ein langes Leben sind wichtig: stabile Wasserqualität, ausreichend Platz zum Schwimmen, abwechslungsreiche Ernährung und eine ausreichend große Gruppe. Stress durch zu kleine Gruppen oder schlechte Haltungsbedingungen verkürzt die Lebenserwartung deutlich.

Ja, Regenbogenfische sind aktive Schwimmer und brauchen viel Platz. Die Mindestaquariumlänge für die meisten Arten beträgt 100–120 cm. Kleinere Arten wie der Neon-Regenbogenfisch kommen auch mit 80 cm aus. Wichtig ist vor allem die Länge des Aquariums, da Regenbogenfische gerne in der Längsrichtung schwimmen.

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Rainer Stolte – Aquaristik-Experte
Über den Autor
Rainer Stolte

Rainer Stolte beschäftigt sich seit über 30 Jahren leidenschaftlich mit der Aquaristik. Als erfahrener Aquarianer und Inhaber eines Unternehmens für Aquarium-Pflegeprodukte ist er ausgewiesener Experte für Fischhaltung, Wasserqualität und das biologische Gleichgewicht im Aquarium – darunter insbesondere die Haltung anspruchsvoller Schwarmfische wie der Regenbogenfische.