Zwei Skalare (Pterophyllum scalare) schwimmen in einem üppig bepflanzten Aquarium

Skalare halten

Der vollständige Ratgeber zu Pflege, Aquarium & Zucht

Der Skalar (Pterophyllum scalare) – auch Segelflosser genannt – ist einer der bekanntesten und beliebtesten Aquarienfische überhaupt. Mit seinem unverwechselbaren, dreieckigen Körper, den majestätischen Segel-Flossen und seinem eleganten Schwimmstil verzaubert er seit über 100 Jahren Aquarianer auf der ganzen Welt. Dieser Ratgeber erklärt alles, was du für eine artgerechte Skalare-Haltung wissen musst: von der richtigen Beckengröße über optimale Wasserwerte bis hin zur Zucht und den häufigsten Krankheiten.

Steckbrief: Skalar auf einen Blick

Wissenschaftlicher NamePterophyllum scalare
FamilieCichlidae (Buntbarsche)
HerkunftAmazonasbecken, Südamerika
Körperlängebis 15 cm (Altum bis 20 cm)
Körperhöhebis 25 cm (inkl. Flossen)
Lebenserwartung8–12 Jahre
Wassertemperatur26–30 °C
pH-Wert6,5–7,5 (optimal 6,8–7,2)
Wasserhärte (GH)5–15 °dGH
Karbonathärte (KH)3–8 °dKH
Nitrit (NO₂)0 mg/l (immer!)
Nitrat (NO₃)unter 25 mg/l
Mindestbeckengröße200 Liter (Paar)
Empfohlene Beckengröße300–400 Liter
Beckenhöhemindestens 50–60 cm
HaltungPaar oder Gruppe (4–6 Tiere)
ErnährungFleischfresser (karnivor)
SchwimmzoneMittlere Wasserschicht
Skalar (Pterophyllum scalare) Seitenansicht mit charakteristischen Segelflossen

Skalare (Pterophyllum scalare) in einem üppig bepflanzten Amazonas-Aquarium

Herkunft und Lebensraum

Der Skalar stammt aus dem Amazonasbecken im nördlichen Südamerika. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Brasiliens, Perus, Kolumbiens und Ecuadors. Er besiedelt dabei sowohl den mächtigen Amazonas selbst als auch seine unzähligen Nebenflüsse wie den Rio Negro, den Rio Solimões und den Orinoco. Wissenschaftlich beschrieben wurde er erstmals 1823 unter dem Namen Zeus scalaris – der heutige Artname scalare leitet sich vom lateinischen Wort scala (Leiter) ab und bezieht sich auf die charakteristischen vertikalen Streifen am Körper.

In der Natur lebt der Skalar in ruhigen, strömungsarmen Gewässern mit üppiger Unterwasservegetation. Er bevorzugt Uferregionen mit dichten Wurzelgeflechten, überhängenden Ästen und Wasserpflanzen, die ihm Schutz vor Fressfeinden bieten. Der Boden besteht meist aus feinem Sand oder Schlamm, das Wasser ist weich, leicht sauer und durch Huminstoffe aus verrottenden Pflanzen leicht gebräunt. Die Wassertemperatur liegt in seinem Heimatgebiet ganzjährig zwischen 26 und 30 °C.

Diese Herkunft erklärt die Anforderungen an die Aquarienhaltung: Skalare brauchen warmes, weiches Wasser, ausreichend Bepflanzung als Rückzugsort und vor allem ein hohes Becken, das ihrer beeindruckenden Körperhöhe gerecht wird. In der freien Wildbahn bilden Skalare kleine Schwärme, in denen jedes Tier seinen persönlichen Raum beansprucht – Privatsphäre ist für diese Fische ausgesprochen wichtig.

Aussehen und Körperbau

Das unverwechselbare Erscheinungsbild des Skalars ist sein wichtigstes Erkennungsmerkmal: Der Körper ist stark seitlich abgeflacht und dreieckig-rautenförmig, wobei die hohe Rücken- und Afterflosse dem Fisch sein charakteristisches "Segel"-Aussehen verleiht. Die langen, fadenförmigen Bauchflossen dienen als Tastorgane und verleihen dem Skalar beim Schwimmen eine elegante, fast schwebende Anmutung.

Wildformen zeigen ein silbrig-graues Grundmuster mit vier bis fünf markanten, dunkelbraunen bis schwarzen Vertikalstreifen, die sich über den gesamten Körper erstrecken. Diese Streifen dienen in der Natur als perfekte Tarnung zwischen Wasserpflanzen und Wurzeln. Die Augen sind groß und leuchtend rot – ein Merkmal, das besonders bei Zuchtformen stark ausgeprägt ist.

Ausgewachsene Skalare (Pterophyllum scalare) erreichen eine Körperlänge von bis zu 15 cm und eine Körperhöhe – gemessen von der Rücken- bis zur Afterflosse – von bis zu 25 cm. Der Altumskalar (Pterophyllum altum) übertrifft diese Maße noch deutlich: Er wird bis zu 20 cm lang und bis zu 40 cm hoch. Die Geschlechtsbestimmung ist bei Skalaren schwierig: Männchen haben oft eine steilere Stirn und eine ausgeprägtere Stirnbeule, Weibchen sind im Bauchbereich fülliger. Zuverlässig lässt sich das Geschlecht nur an der Laichpapille erkennen.

Skalar-Arten und Zuchtvarietäten

In der Natur existieren drei anerkannte Arten der Gattung Pterophyllum. Im Aquarienhandel dominiert Pterophyllum scalare, aus der durch jahrzehntelange Zucht eine beeindruckende Vielfalt an Farbvarianten und Flossenformen entstanden ist.

Die drei Wildarten

ArtGrößeBesonderheitVerbreitung
Pterophyllum scalarebis 15 cm / 25 cm hochHäufigste Art, Vorfahre aller ZuchtformenGesamtes Amazonasbecken
Pterophyllum altumbis 20 cm / 40 cm hochGrößte Art, steile Stirnlinie, markante AusbuchtungOrinoco, Rio Negro (Oberläufe)
Pterophyllum leopoldi5–10 cm / 10 cm hochKleinste Art, runder Fleck an RückenflosseRio Solimões

Beliebte Zuchtvarietäten

ZuchtformBeschreibung
Silber / WildformSilbrig-grau mit schwarzen Streifen, klassisch
Gold / GoldmarbleGoldgelb-orange mit schwarzen Flecken
Schwarz (Black)Tiefschwarz, sehr beeindruckend
Schleier (Veil)Extrem verlängerte Flossen, sehr elegant
Koi-SkalarWeiß mit orangefarbenen Flecken, wie Koi-Muster
ZebraViele enge schwarze Streifen, sehr kontrastreich
AlbinoWeiß-rosa mit roten Augen
BlushingHelle Körperfarbe, rote Kiemenregion sichtbar
PearlscalePerlenförmige, gewellte Schuppen
HalfblackHintere Körperhälfte schwarz
Drei verschiedene Skalare-Zuchtformen: Wildform, Goldmarble und Schwarz-Schleier

Drei beliebte Zuchtformen: Wildform (links), Goldmarble (Mitte), Schwarz-Schleier (rechts)

Das richtige Aquarium für Skalare

Die Beckengröße ist bei Skalaren der entscheidende Faktor – und hier machen viele Einsteiger den größten Fehler. Skalare sind keine kleinen Fische: Ein ausgewachsenes Tier kann inklusive Flossen bis zu 25 cm hoch werden. Ein Standardbecken mit 40 cm Höhe ist schlicht zu niedrig. Das Aquarium sollte mindestens 50–60 cm hoch sein, damit die Fische ihre Flossen vollständig entfalten können und nicht ständig an Boden oder Wasseroberfläche stoßen.

BesatzMindestvolumenEmpfehlungBeckenhöhe
1 Paar200 Liter250–300 Litermind. 50 cm
4 Tiere300 Liter400 Litermind. 60 cm
6 Tiere + Mitbewohner400 Liter500+ Liter60–70 cm
Altumskalar (Paar)400 Liter600+ Litermind. 70 cm

Die Filterung sollte leistungsstark, aber strömungsarm sein – Skalare mögen keine starke Strömung. Ein Außenfilter oder ein Innenfilter mit Sprühbalken, der das Wasser sanft an der Oberfläche verteilt, ist ideal. Wichtig ist außerdem eine Abdeckung, da Skalare gelegentlich springen können und das Wasser warm halten muss.

Wasserwerte und Wasserqualität

Skalare stammen aus dem Amazonasbecken und sind an weiches, leicht saures Wasser angepasst. In der Aquarienhaltung zeigen sie sich zwar toleranter als ihre Wildverwandten, aber für optimales Wohlbefinden, lebhafte Farben und erfolgreiche Zucht sollten die Wasserwerte möglichst nah an den natürlichen Bedingungen liegen.

ParameterToleranzbereichOptimalHinweis
Temperatur24–32 °C26–28 °CWarmes Wasser ist Pflicht
pH-Wert6,0–7,86,5–7,2Leicht sauer bis neutral
Gesamthärte (GH)3–18 °dGH5–12 °dGHWeiches Wasser bevorzugt
Karbonathärte (KH)2–10 °dKH3–6 °dKHPuffert pH-Schwankungen
Nitrit (NO₂)0 mg/l0 mg/lImmer 0 – giftig für Fische
Nitrat (NO₃)unter 50 mg/lunter 25 mg/lWöchentliche Wasserwechsel
Ammonium/Ammoniakunter 0,1 mg/l0 mg/lZeigt Filterprobleme an
Sauerstoffüber 6 mg/l7–9 mg/lOberflächenbewegung wichtig

Besonders wichtig ist die Wassertemperatur: Skalare sind tropische Fische und brauchen dauerhaft warmes Wasser. Temperaturen unter 24 °C schwächen das Immunsystem und machen die Tiere anfällig für Krankheiten. Ein zuverlässiger Heizstab mit Thermostat ist daher unverzichtbar.

Regelmäßige Wasserwechsel von 25–30 % pro Woche sind essenziell, um Nitrat niedrig zu halten und Spurenelemente zu ergänzen. Das Frischwasser sollte auf Aquariumtemperatur vorgewärmt und ggf. mit einem Wasseraufbereiter behandelt werden, um Chlor zu neutralisieren.

Aquariumeinrichtung und Bepflanzung

Ein Skalare-Aquarium sollte den natürlichen Lebensraum am Amazonas widerspiegeln: viel Bepflanzung, Wurzeln und Verstecke, aber auch freie Schwimmzonen in der Mitte des Beckens. Skalare sind keine Fische, die sich in einem kahlen, spärlich eingerichteten Becken wohlfühlen – sie brauchen Struktur und Rückzugsmöglichkeiten.

Empfohlene Pflanzen

PflanzeTypEignung
Amazonas-Schwertpflanze (Echinodorus)BodenpflanzeIdeal – breite Blätter als Laichsubstrat
Vallisneria (Wasserschraube)HintergrundpflanzeSehr gut – wächst hoch, bietet Deckung
Javafarn (Microsorum pteropus)MittelpflanzeGut – robust, keine Erde nötig
Hornkraut (Ceratophyllum)SchwimmpflanzeGut – bietet Schatten und Verstecke
CryptocoryneMittelpflanzeGut – schöne Blattformen, robust
AnubiasVordergrundpflanzeGut – sehr robust, auf Wurzeln befestigen
Schwimmpflanzen (Pistia, Limnobium)OberflächeGut – dämpft Licht, natürliche Beschattung

Als Bodengrund eignet sich feiner, dunkler Sand oder feines Kies. Heller Bodengrund lässt Skalare oft blasser wirken, da sie ihre Farbe an die Umgebung anpassen. Wurzeln aus Moorkienholz oder Mangrove sind nicht nur dekorativ, sondern geben dem Wasser durch Huminstoffe eine leichte Gelbfärbung, die dem natürlichen Amazonaswasser ähnelt und von den Fischen geschätzt wird.

Die Beleuchtung sollte nicht zu intensiv sein – Skalare bevorzugen gedämpftes Licht, wie es in ihrem natürlichen Lebensraum durch Schwimmpflanzen und Baumkronen entsteht. Eine Beleuchtungsdauer von 8–10 Stunden täglich ist ausreichend.

Ernährung und Fütterung

Skalare sind Fleischfresser (karnivor) und benötigen proteinreiches Futter. In der Natur ernähren sie sich von Insektenlarven, kleinen Krebstieren, Würmern, Fischeier und kleinen Fischen. Im Aquarium sollte die Ernährung möglichst abwechslungsreich sein, um alle Nährstoffe abzudecken und die natürlichen Farben zu fördern.

FuttertypBeispieleHäufigkeit
FlockenfutterHochwertige Cichliden-FlockenTäglich als Basis
FrostfutterMückenlarven (rot/schwarz), Artemia, Daphnien, Tubifex3–4x pro Woche
LebendfutterMückenlarven, Artemia, Daphnien, Regenwürmer1–2x pro Woche
Gefriergetrocknetes FutterKrill, Gammarus, Mückenlarven2–3x pro Woche
Granulat / PelletsCichliden-Pellets (mittelgroß)Täglich als Ergänzung

Vergesellschaftung mit anderen Fischen

Skalare sind grundsätzlich friedliche Buntbarsche, die sich gut mit vielen anderen Fischen vergesellschaften lassen – mit einigen wichtigen Einschränkungen. Als Fleischfresser betrachten sie alles, was in ihr Maul passt, als potenzielle Beute. Fische unter 3–4 cm sind daher tabu. Außerdem werden Skalare zur Brutzeit territorial und können dann aggressiv gegenüber Revierkonkurrenten werden.

ArtEignungHinweis
Roter Neon (Paracheirodon axelrodi)⚠️ BedingtNur in sehr großen Gruppen (20+), Gefahr des Fressens
Schwarzer Neon (Hyphessobrycon herbertaxelrodi)✅ GutEtwas robuster als Roter Neon
Kongosalmler (Phenacogrammus interruptus)✅ Sehr gutGroß genug, lebhafte Farben
Panzerwelse (Corydoras)✅ Sehr gutBodenbewohner, keine Konkurrenz
Schwielenwelse (Ancistrus)✅ GutAlgenvertilger, friedlich
Beilbauchfische (Carnegiella)✅ GutOberfläche, keine Konkurrenz
Diskusfische (Symphysodon)✅ Sehr gutGleiche Ansprüche, harmonisch
Kampffisch (Betta splendens)❌ Nicht geeignetZupft an Skalare-Flossen
Guppys⚠️ BedingtWerden oft gefressen, nur in großen Becken
Garnelen (Neocaridina)⚠️ BedingtWerden gefressen, nur mit vielen Verstecken
Goldbarsch / Cichliden (aggressiv)❌ Nicht geeignetZu aggressiv, Stress für Skalare

Zucht und Aufzucht der Jungfische

Die Zucht von Skalaren ist eines der faszinierendsten Erlebnisse in der Aquaristik – und gleichzeitig eine der häufigsten Enttäuschungen für Einsteiger. Skalare sind Substratlaicher, die feste Paare bilden und ihre Brut intensiv pflegen. Der Weg zur erfolgreichen Zucht erfordert Geduld, das richtige Umfeld und etwas Erfahrung.

Schritt-für-Schritt zur erfolgreichen Zucht

  1. 1
    Paarbildung abwarten: Skalare wählen ihren Partner selbst. Halte eine Gruppe von 6–8 Jungtieren zusammen und beobachte, welche Tiere sich paaren. Erzwungene Paarungen funktionieren selten.
  2. 2
    Zuchtbecken einrichten: Ein separates Becken (mind. 80–100 Liter, 60 cm hoch) mit sanfter Filterung, breiten Pflanzenblättern (Echinodorus) oder einer glatten Schieferplatte als Laichsubstrat.
  3. 3
    Wasserwerte optimieren: Weiches, leicht saures Wasser (GH 5–8, KH 3–5, pH 6,5–7,0) bei 28–30 °C fördert die Laichbereitschaft erheblich.
  4. 4
    Laichvorgang beobachten: Das Paar reinigt die Laichfläche intensiv. Das Weibchen legt 200–1000 Eier in Reihen ab, das Männchen befruchtet sie direkt danach.
  5. 5
    Brutpflege durch die Eltern: Beide Elterntiere bewachen die Eier und fächeln frisches Wasser heran. Nach 24–36 Stunden schlüpfen die Larven.
  6. 6
    Jungfische freischwimmend: Nach 5–7 Tagen sind die Jungfische freischwimmend. Erste Nahrung: Artemia-Nauplien, fein geriebenes Flockenfutter.
  7. 7
    Aufzucht: Jungfische wachsen schnell. Nach 4–6 Wochen sind sie bereits gut 2–3 cm groß und können in ein größeres Becken umgesetzt werden.
Skalare-Elternpaar bewacht sein Gelege auf einem Amazonas-Schwertpflanzenblatt

Skalare-Elternpaar bewacht sein Gelege auf einem Echinodorus-Blatt

Häufige Krankheiten und Vorbeugung

Skalare sind bei optimaler Haltung robuste Fische. Die meisten Erkrankungen entstehen durch schlechte Wasserwerte, Stress oder das Einschleppen von Krankheitserregern durch neue Fische. Eine konsequente Quarantäne für alle neuen Tiere (mind. 4 Wochen in einem separaten Becken) ist der beste Schutz.

KrankheitSymptomeUrsacheBehandlung
Ichthyophthirius (Weißpünktchen)Weiße Punkte auf Körper und Flossen, ScheuernParasit Ichthyophthirius multifiliisTemperatur erhöhen (30°C), Medikament
Hexamita / LochkrankheitGrübchen am Kopf, weißer Kot, AppetitlosigkeitParasit Hexamita, Stress, schlechte ErnährungMetronidazol, Wasserqualität verbessern
Flossenfäule (Flossenzerstörung)Zerfranste, eingerissene Flossen, RötungenBakterien (Aeromonas, Pseudomonas)Wasserwechsel, Antibiotika-Behandlung
Oodinium (Samtkrankheit)Goldener Schimmer auf Haut, Scheuern, AtemnotParasit Oodinium pillularisKupfersulfat-Behandlung, Dunkelheit
Bauchwassersucht (Dropsy)Aufgeblähter Bauch, gesträubte SchuppenBakterien, OrganversagenOft nicht heilbar, Isolation
Columnaris (Baumwollkrankheit)Weiße Flecken, Flossenzerstörung, GeschwüreBakterium Flavobacterium columnareAntibiotika, Salzbad
Wurmbefall (Camallanus)Rote Würmer aus dem After sichtbar, AbmagerungNematoden (Camallanus cotti)Fenbendazol oder Levamisol

Häufige Fragen (FAQ)

Wie groß muss ein Aquarium für Skalare sein?
Für ein Skalare-Paar benötigst du mindestens 200–250 Liter, wobei die Beckenhöhe mindestens 50–60 cm betragen sollte. Skalare sind hochgewachsene Fische und brauchen Platz in der Vertikalen. Für eine kleine Gruppe von 4–6 Tieren empfehlen sich 400 Liter oder mehr. Wichtig: Lieber ein höheres Becken als ein langes, flaches.
Welche Wasserwerte brauchen Skalare?
Skalare bevorzugen weiches bis mittelhartes Wasser: GH 5–15 °dGH, KH 3–8 °dKH, pH 6,5–7,5. Die Wassertemperatur sollte 26–30 °C betragen. Nitrit muss immer bei 0 mg/l liegen, Nitrat unter 25 mg/l. Regelmäßige Wasserwechsel von 25–30 % wöchentlich sind essenziell.
Sind Skalare Anfängerfische?
Skalare gelten als bedingt anfängergeeignet. Sie sind anspruchsvoller als Guppys oder Platys, da sie große Becken, weiches Wasser und stabile Wasserwerte benötigen. Wer bereits Erfahrung mit einem eingelaufenen Aquarium hat und die Grundlagen der Wasserchemie kennt, kann Skalare gut halten. Für absolute Einsteiger mit einem 60-Liter-Becken sind sie nicht geeignet.
Welche Fische passen zu Skalaren?
Gut geeignet sind mittelgroße, friedliche Fische: Roter Neon, Schwarzer Neon, Kongosalmler, Panzerwelse (Corydoras), Schwielenwelse, Beilbauchfische und Diskusfische. Nicht geeignet sind Fische unter 3 cm (werden gefressen), Kampffische (Flossenzupfer) und aggressive Buntbarsche. Garnelen sind nur mit ausreichend Verstecken möglich.
Wie erkenne ich Männchen und Weibchen bei Skalaren?
Die Geschlechtsbestimmung bei Skalaren ist schwierig und gelingt zuverlässig erst bei adulten Tieren. Männchen haben oft eine steilere Stirn, eine ausgeprägtere Stirnbeule und einen schlankeren Bauch. Weibchen sind im Bauchbereich fülliger. Sicher erkennt man das Geschlecht an der Laichpapille: Beim Männchen ist sie spitz, beim Weibchen stumpf und breiter.
Wie züchtet man Skalare?
Skalare bilden feste Paare und laichen auf breiten Pflanzenblättern oder Steinen ab. Für die Zucht benötigst du ein separates Zuchtbecken (mind. 80 Liter) mit flachem Filterung und breiten Pflanzenblättern (z. B. Amazonas-Schwertpflanze). Das Paar reinigt die Laichfläche, legt 200–1000 Eier ab und bewacht diese aktiv. Die Larven schlüpfen nach 24–36 Stunden, sind nach 5–7 Tagen freischwimmend.
Warum fressen Skalare ihre Eier?
Junge, unerfahrene Skalare fressen ihre Eier oft auf – das ist ein häufiges Problem bei der ersten Zucht. Ursachen sind Stress (zu viel Licht, Erschütterungen, andere Fische), unerfahrene Elterntiere oder unbefruchtete Eier, die schimmeln. Mit jeder weiteren Brut werden die Elterntiere erfahrener. Alternativ kannst du die Eier ins Aufzuchtbecken umsetzen und künstlich bebrüten.
Was fressen Skalare?
Skalare sind Fleischfresser (karnivor) und bevorzugen proteinreiches Futter. Ideal ist eine Kombination aus Flockenfutter (als Basis), Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven, Artemia, Daphnien und Tubifex. Größere Skalare fressen auch kleine Fische – das sollte man bei der Vergesellschaftung bedenken. Gefriertrocknetes Futter ist eine gute Alternative zu Lebendfutter.
Wie alt werden Skalare?
Bei optimaler Haltung können Skalare 8–12 Jahre alt werden. In der Praxis erreichen viele Aquariumskalare ein Alter von 5–8 Jahren. Wichtig für ein langes Leben sind: stabile Wasserwerte, ausreichend Platz, abwechslungsreiche Ernährung und ein stressarmes Umfeld ohne aggressive Mitbewohner.
Welche Krankheiten sind bei Skalaren häufig?
Häufige Erkrankungen sind: Ichthyophthirius (Weißpünktchenkrankheit), Hexamita/Lochkrankheit (typisch für Buntbarsche), Flossenfäule, Oodinium (Samtkrankheit) und Wurmbefall. Vorbeugen lässt sich durch stabile Wasserwerte, regelmäßige Wasserwechsel, Quarantäne für neue Fische und eine abwechslungsreiche, vitaminreiche Ernährung.

Fazit: Der König des Amazonas-Aquariums

Der Skalar ist zu Recht einer der beliebtesten Aquarienfische der Welt. Mit seiner majestätischen Erscheinung, seinem interessanten Sozialverhalten und der faszinierenden Brutpflege bietet er Aquarianern ein einzigartiges Erlebnis. Die Haltung erfordert zwar ein gewisses Maß an Erfahrung und vor allem ausreichend Platz – wer aber die Grundbedürfnisse dieser eleganten Buntbarsche erfüllt, wird mit einem Aquarium belohnt, das seinesgleichen sucht.

Besonders empfehlenswert ist die Kombination mit einem klassischen Amazonas-Biotop: dunkler Bodengrund, Wurzeln, Schwertpflanzen und ein Schwarm Kongosalmler als Begleiter. So entsteht ein Stück lebendiger Regenwald im eigenen Wohnzimmer.

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Schnellübersicht: Das Wichtigste auf einen Blick

Beckengröße
mind. 200 L, 50 cm hoch
Temperatur
26–28 °C
pH-Wert
6,5–7,2
Wasserhärte
GH 5–12 °dGH
Futter
Karnivor, Frost- & Lebendfutter
Lebensdauer
8–12 Jahre

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Autor: Rainer Stolte · Aquaristiker seit über 20 Jahren · Über uns

Letzte Aktualisierung: März 2026 · Quellen: Eigene Erfahrung, Fachliteratur, wissenschaftliche Publikationen zu Pterophyllum scalare

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