Männlicher Schwertträger (Xiphophorus hellerii) mit charakteristischem Schwert in einem bepflanzten Aquarium

Schwertträger halten

Der vollständige Ratgeber zu Pflege, Aquarium & Zucht

Der Schwertträger (Xiphophorus hellerii) ist einer der bekanntesten und beliebtesten Aquarienfische weltweit – und das seit über 150 Jahren. Mit seinem unverwechselbaren Schwert, der verlängerten unteren Schwanzflosse der Männchen, und seiner explosiven Farbenpracht ist er ein echter Blickfang in jedem Aquarium. Dieser Ratgeber erklärt alles, was du für eine artgerechte und erfolgreiche Schwertträger-Haltung wissen musst: von der richtigen Beckengröße über optimale Wasserwerte bis hin zur Zucht und den häufigsten Krankheiten.

Steckbrief: Schwertträger auf einen Blick

Wissenschaftlicher NameXiphophorus hellerii
FamiliePoeciliidae (Lebendgebärende Zahnkarpfen)
HerkunftMexiko, Mittelamerika
Größe Männchen6–8 cm (+ Schwert 3–5 cm)
Größe Weibchen10–12 cm
Lebenserwartung3–5 Jahre
Wassertemperatur18–28 °C (optimal 22–26 °C)
pH-Wert7,0–8,3 (optimal 7,2–7,8)
Wasserhärte (GH)12–30 °dGH
Karbonathärte (KH)8–20 °dKH
Nitrit (NO₂)0 mg/l (immer!)
Nitrat (NO₃)unter 25 mg/l
Mindestbeckengröße100 Liter
Empfohlene Beckengröße120–150 Liter
HaltungGruppe, mind. 5 Tiere
Geschlechterverhältnis1 Männchen : 3–4 Weibchen
ErnährungAllesfresser (omnivor)
SchwimmzoneMittlerer Bereich
Verschiedene Schwertträger-Farbvarianten: Grüner Wildform, Wiener Schwertträger, Schwarzer Schwertträger, Ananas-Schwertträger und Albino-Schwertträger

Fünf beliebte Schwertträger-Farbvarianten im Überblick

Herkunft und Lebensraum

Der Schwertträger stammt ursprünglich aus Mexiko und Mittelamerika – genauer aus den Bundesstaaten Veracruz, Oaxaca und Chiapas in Mexiko sowie aus Guatemala, Honduras und Belize. Dort besiedelt er schnell fließende, klare Bäche und Flüsse mit üppiger Unterwasservegetation. Das Wasser ist dort in der Regel mittelhart bis hart und leicht alkalisch – Bedingungen, die sich im Aquarium gut nachbilden lassen.

Wie viele andere Aquarienfische wurde der Schwertträger durch den Menschen in zahlreichen Regionen der Welt eingebürgert. Heute findet man verwilderte Populationen in Nordamerika, Australien, Südafrika und sogar auf einigen pazifischen Inseln. Diese Ausbreitung hat in manchen Gebieten zu ökologischen Problemen geführt, da der Schwertträger einheimische Fischarten verdrängen kann.

In der Natur lebt der Schwertträger in Gewässern mit starker Strömung und dichter Bepflanzung. Diese Vorlieben sollte man im Aquarium berücksichtigen: Eine leichte Strömung durch den Filter und ausreichend Pflanzen als Verstecke und Laichschutz sind wichtige Elemente einer artgerechten Haltung.

Was macht den Schwertträger besonders?

Das namensgebende Merkmal des Schwertträgers ist natürlich sein Schwert – die verlängerte untere Schwanzflosse der Männchen. Dieses Schwert kann bei ausgewachsenen Tieren fast so lang sein wie der restliche Körper und dient als Imponiergehabe gegenüber Rivalen und zur Balz der Weibchen. Interessanterweise zeigen Studien, dass Weibchen Männchen mit längerem Schwert bevorzugen – das Schwert ist also ein echtes Qualitätsmerkmal.

Eine weitere Besonderheit ist der mögliche Geschlechtswechsel: Schwertträger-Weibchen können sich unter bestimmten Umständen in funktionale Männchen umwandeln – ein Phänomen, das als Protogynie bekannt ist. Das passiert meist, wenn keine oder zu wenige Männchen in der Gruppe vorhanden sind. Die umgewandelten Tiere entwickeln ein echtes Gonopodium und können Weibchen befruchten.

Wie alle Poeciliiden ist der Schwertträger lebendgebärend: Die Jungfische kommen als vollständig entwickelte Miniaturausgaben ihrer Eltern zur Welt und können sofort selbstständig schwimmen und fressen. Ein Weibchen kann nach einer einzigen Begattung mehrere Würfe hintereinander produzieren, da es Spermien speichern kann.

Männchen und Weibchen unterscheiden

Die Geschlechtsbestimmung beim Schwertträger ist denkbar einfach – das Schwert der Männchen ist unverwechselbar. Dennoch gibt es weitere Unterschiede, die besonders bei Jungtieren vor der Schwertentwicklung hilfreich sind:

MerkmalMännchenWeibchen
SchwanzflosseVerlängerte untere Flosse (Schwert)Normal, fächerförmig, kein Schwert
AfterflosseGonopodium (stabförmig)Fächerförmig, normal
Körpergröße6–8 cm (ohne Schwert)10–12 cm
KörperformSchlanker, stromlinienförmigFülliger, bauchiger
FärbungIntensiver, kontrastreicherOft blasser, dezenter
VerhaltenTerritorial, balzt aktivRuhiger, flieht vor Balz

Farbvarianten und Zuchtformen

In der Wildform ist der Schwertträger grünlich mit einem roten Längsstreifen, der beim Männchen bis ins Schwert verläuft. Durch jahrzehntelange Zucht wurden jedoch unzählige Farbvarianten entwickelt, die in ihrer Vielfalt kaum zu überbieten sind. Da sich Schwertträger problemlos mit Platys kreuzen lassen, ist die Farbpalette besonders groß:

FarbvarianteBeschreibungBesonderheit
Grüner Schwertträger (Wildform)Grünlich mit rotem LängsstreifenUrsprüngliche Wildfarbe aus Mexiko
Wiener SchwertträgerKomplett feuerrot, sogar rote AugenBeliebteste Zuchtform überhaupt
Schwarzer SchwertträgerJet-schwarz mit gelbem SchwertMelanistisch, sehr kontrastreich
Ananas-SchwertträgerGelb-orange mit schwarzen FleckenErinnert an Ananas-Muster
Albino-SchwertträgerWeiß bis rosa, rote AugenKein Melanin, lichtempfindlich
Blauer SchwertträgerMetallisch blau schimmerndSeltene, sehr begehrte Zuchtform
Lyre-SchwertträgerBeide Schwanzflossen verlängertBesondere Flossenform
Simpson-SchwertträgerHochrückig, kompakter KörperZuchtform mit veränderter Körperform
Neon-SchwertträgerNeonfarben, stark leuchtendBesonders unter UV-Licht spektakulär
Koi-SchwertträgerRot-weiß-schwarz gemustertErinnert an Koi-Karpfen

Das richtige Aquarium für Schwertträger

Schwertträger sind aktive Schwimmer, die viel Platz benötigen. Ein Aquarium mit mindestens 100 cm Länge und einem Volumen von 100–150 Litern ist die Mindestanforderung für eine artgerechte Haltung. Größer ist immer besser: In einem 200-Liter-Becken fühlen sich Schwertträger deutlich wohler und zeigen ihr natürliches Verhalten.

Eine dicht schließende Abdeckung ist absolut Pflicht! Schwertträger sind bekannte Springer und können aus einem offenen Aquarium entkommen. Besonders bei Stress, Balz oder Erschreckung neigen sie zu Sprüngen. Eine Abdeckung mit kleinen Öffnungen für Kabel und Schläuche ist ideal.

Die Einrichtung sollte üppige Bepflanzung mit freien Schwimmzonen kombinieren. Dichte Pflanzengruppen an den Seiten und im Hintergrund bieten Weibchen Schutz vor aufdringlichen Männchen und Jungtieren Verstecke. Als Pflanzen eignen sich Vallisnerien, Wasserpest, Javafarn und Hornkraut besonders gut.

AusstattungEmpfehlung
BeckengrößeMindestens 100 × 40 × 40 cm (100 L), besser 120 × 40 × 50 cm (120 L)
AbdeckungDicht schließend – Pflicht! Schwertträger springen gerne
FilterAußenfilter oder Innenfilter, leichte Strömung erwünscht
Beleuchtung8–10 Stunden täglich, fördert Pflanzenwachstum
BodengrundFeiner Kies oder Sand, 3–5 cm Schicht
BepflanzungDicht an Seiten/Hintergrund, freie Mitte
VersteckeWurzeln, Steine, dichte Pflanzen für Weibchen
HeizungOptional – Schwertträger tolerieren 18–28 °C

Wasserwerte und Wasserqualität

Schwertträger sind im Vergleich zu vielen anderen Aquarienfischen sehr tolerant gegenüber Schwankungen der Wasserwerte. Dennoch sollte man die optimalen Werte anstreben, um Stress zu vermeiden und die Gesundheit der Tiere zu fördern. Besonders wichtig ist ein leicht alkalischer pH-Wert und mittlere bis hohe Wasserhärte.

ParameterToleranzbereichOptimaler BereichHinweis
Temperatur18–28 °C22–26 °CAuch ohne Heizung haltbar
pH-Wert7,0–8,37,2–7,8Leicht alkalisch bevorzugt
GH (Gesamthärte)12–30 °dGH15–25 °dGHHartes Wasser bevorzugt
KH (Karbonathärte)8–20 °dKH10–16 °dKHStabilisiert pH-Wert
Nitrit (NO₂)0 mg/l0 mg/lImmer 0 – giftig!
Nitrat (NO₃)< 50 mg/l< 25 mg/lRegelmäßige Wasserwechsel
Ammoniak (NH₃)0 mg/l0 mg/lImmer 0 – hochgiftig!
Leitfähigkeit400–1200 µS/cm600–900 µS/cmHartes Leitungswasser ideal

Ernährung und Fütterung

Schwertträger sind Allesfresser mit einem ausgeprägten Hang zur pflanzlichen Kost. In der Natur fressen sie Algen, Pflanzenmaterial, kleine Insekten, Würmer und Kleinkrebse. Im Aquarium sollte die Ernährung diese Vielfalt widerspiegeln.

Besonders wichtig ist der pflanzliche Anteil in der Ernährung: Spirulina-Flocken, Algentabletten, blanchierte Gurke, Spinat oder Zucchini werden gerne gefressen und fördern die Gesundheit des Verdauungstrakts. Rein fleischliche Ernährung kann zu Verdauungsproblemen führen.

FutterartHäufigkeitHinweis
Flockenfutter (Qualitätsmarke)TäglichBasis der Ernährung, abwechslungsreich
Spirulina-Flocken3–4× pro WocheWichtig für pflanzlichen Anteil
Artemia (Frost oder lebendig)2–3× pro WocheFördert Farbenpracht
Mückenlarven (Frost)2× pro WocheSehr beliebt, proteinreich
Daphnien (Wasserflöhe)1–2× pro WocheNatürliches Futter, fördert Verdauung
Gurke / Zucchini (blanchiert)1–2× pro WochePflanzliche Abwechslung
Granulat (sinkend)GelegentlichGut für bodennahe Fütterung

Füttere 1–2× täglich nur so viel, wie die Fische in 2–3 Minuten fressen. Reste verschlechtern die Wasserqualität erheblich.

Vergesellschaftung mit anderen Fischen

Schwertträger sind gegenüber anderen Fischarten in der Regel friedlich, können aber unter Männchen territorial sein. Bei der Vergesellschaftung sollte man auf ähnliche Wasserwert-Ansprüche (mittelharte bis hartes Wasser, leicht alkalisch) und ähnliche Temperaturansprüche achten.

ArtEignungHinweis
Guppy (Poecilia reticulata)✅ Sehr gutGleiche Familie, ähnliche Ansprüche – Kreuzung möglich!
Platy (Xiphophorus maculatus)✅ Sehr gutEnge Verwandtschaft – Kreuzung möglich!
Molly (Poecilia sphenops)✅ GutÄhnliche Ansprüche, friedlich
Panzerwels (Corydoras)✅ Sehr gutBodenbewohner, keine Konkurrenz
Antennenwels (Ancistrus)✅ GutAlgenfresser, friedlich
Neon-Salmler (Paracheirodon innesi)⚠️ BedingtNeons bevorzugen weiches Wasser
Skalare (Pterophyllum scalare)⚠️ BedingtSkalare können Jungtiere fressen
Kampffisch (Betta splendens)❌ Nicht geeignetMännchen kämpfen, Flossen werden angeknabbert
Goldbarsch / Cichliden❌ Nicht geeignetZu aggressiv, fressen Schwertträger
Garnelen (Neocaridina)⚠️ BedingtAdulte Garnelen sicher, Nachwuchs wird gefressen
Otocinclus✅ GutFriedlicher Algenfresser, idealer Mitbewohner

Zucht und Aufzucht der Jungfische

Die Zucht des Schwertträgers ist unkompliziert – oft zu unkompliziert, denn die Tiere vermehren sich ohne besondere Maßnahmen. Ein Weibchen kann nach einer einzigen Begattung alle 4–6 Wochen einen Wurf von 20–100 Jungfischen produzieren. Die größte Herausforderung ist daher nicht die Zucht selbst, sondern der Schutz der Jungtiere.

Für gezielte Zucht empfiehlt sich ein separates Zuchtbecken von 20–30 Litern mit dichter Bepflanzung aus Javamoos und feinfiedrigen Pflanzen. Das trächtige Weibchen wird kurz vor der Geburt umgesetzt und danach wieder ins Hauptbecken zurückgebracht, damit es die Jungfische nicht frisst.

Trächtiges Schwertträger-Weibchen mit Jungtieren im Zuchtbecken

Trächtiges Weibchen mit Jungtieren im Zuchtbecken

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Schwertträger-Zucht

1

Elterntiere auswählen

Gesunde, gut gefärbte Tiere ohne Krankheitszeichen wählen. Männchen mit langem, symmetrischem Schwert und kräftiger Färbung bevorzugen. Weibchen sollten gut genährt und aktiv sein.

2

Trächtigkeit erkennen

Ein trächtiges Weibchen zeigt einen deutlich gerundeten Bauch und einen dunklen Trächtigkeitsfleck (Gravid Spot) vor der Afterflosse. Kurz vor der Geburt (1–2 Tage vorher) wird der Bauch eckig und das Weibchen zieht sich zurück.

3

Weibchen umsetzen

Das trächtige Weibchen kurz vor der Geburt in ein vorbereitetes Zuchtbecken (20–30 L) mit dichter Bepflanzung umsetzen. Wasser aus dem Hauptbecken verwenden, um Stress zu minimieren.

4

Geburt abwarten

Die Geburt dauert mehrere Stunden. Die Jungfische kommen als vollständig entwickelte Miniaturausgaben zur Welt (5–8 mm) und schwimmen sofort selbstständig. Nach der Geburt das Weibchen zurück ins Hauptbecken setzen.

5

Jungfische aufziehen

Jungfische mit fein gemahlenem Flockenfutter, Artemia-Nauplien und Mikrowürmern füttern. 3–4× täglich kleine Mengen. Regelmäßige kleine Wasserwechsel (10–15% täglich) sind wichtig für schnelles Wachstum.

6

Geschlechter trennen

Mit ca. 6–8 Wochen beginnen sich die Geschlechter zu unterscheiden. Männchen sollten spätestens mit 3 Monaten von den Weibchen getrennt werden, um unkontrollierte Vermehrung zu verhindern.

Häufige Krankheiten und Vorbeugung

Schwertträger sind robuste Fische, die bei guter Haltung selten krank werden. Die meisten Erkrankungen entstehen durch Stress, schlechte Wasserqualität oder die Einschleppung von Krankheitserregern durch neue Fische. Eine 2–4-wöchige Quarantäne für alle neuen Tiere ist daher unerlässlich.

KrankheitSymptomeUrsacheBehandlung
Ichthyophthirius (Weißpünktchen)Weiße Pünktchen auf Körper und Flossen, ScheuernParasit Ichthyophthirius multifiliisTemperatur erhöhen (30 °C), Medikament (z.B. JBL Punktol)
Velvet / OodiniumGoldgelber Schimmer, Scheuern, AtemnotParasit Oodinium pillularisDunkelheit + Kupferpräparat, schnell handeln!
Flossenfäule (Flossenfäule)Zerfranste, eingerissene Flossen, weiße RänderBakterien (oft nach Stress)Wasserwechsel, Salz, Antibiotikum bei schwerem Verlauf
Columnaris (Sattelflecken)Weißgraue Flecken am Rücken, GewebezerstörungBakterium Flavobacterium columnareAntibiotikum, Wasserqualität verbessern
Bauchwassersucht (Dropsy)Aufgeblähter Bauch, gesträubte SchuppenBakterielle Infektion, OrganversagenSchwer behandelbar, Quarantäne, Antibiotikum
Wurmbefall (Camallanus)Rote Würmer aus dem After, AbmagerungParasitäre NematodenLevamisol oder Fenbendazol, alle Fische behandeln
SprungverletzungenWunden am Körper, SchuppenverlustSprung gegen Abdeckung oder aus BeckenWundpflege, Salz, Abdeckung sichern

Häufige Fragen zum Schwertträger (FAQ)

Wie groß muss ein Aquarium für Schwertträger sein?
Für eine Gruppe von 5–8 Schwertträgern empfehlen wir mindestens 100 Liter, besser 120–150 Liter. Schwertträger sind aktive Schwimmer und brauchen viel Platz. Die Beckenlänge sollte mindestens 100 cm betragen, damit die Männchen genug Raum haben und Aggressionen reduziert werden.
Wie viele Schwertträger sollte man zusammen halten?
Schwertträger sollten in Gruppen mit deutlich mehr Weibchen als Männchen gehalten werden – idealerweise 1 Männchen auf 3–4 Weibchen. Mehrere Männchen zusammen führen zu Rivalitätskämpfen. Mindestens 5 Tiere insgesamt sind empfehlenswert, damit keine Einzeltiere gestresst werden.
Welche Wassertemperatur brauchen Schwertträger?
Schwertträger sind erstaunlich tolerant: Sie gedeihen bei 18–28 °C, optimal sind 22–26 °C. Im Gegensatz zu vielen tropischen Fischen vertragen sie auch kühlere Temperaturen bis 18 °C gut. Das macht sie ideal für Aquarien ohne Heizung in temperierten Räumen.
Können Schwertträger mit Guppys zusammen gehalten werden?
Ja, Schwertträger und Guppys vertragen sich sehr gut. Beide gehören zu den lebendgebärenden Zahnkarpfen und haben ähnliche Ansprüche an Wasserwerte und Temperatur. Achtung: Beide Arten können sich untereinander kreuzen und Mischlinge produzieren, was die Reinheit beider Stämme beeinträchtigt.
Wie erkenne ich Männchen und Weibchen beim Schwertträger?
Männchen sind leicht erkennbar an ihrem charakteristischen Schwert – der verlängerten unteren Schwanzflosse. Außerdem haben Männchen ein Gonopodium (umgewandelte Afterflosse als Begattungsorgan). Weibchen sind größer, fülliger und haben eine normale, fächerförmige Afterflosse ohne Schwert.
Wie lange dauert die Trächtigkeit bei Schwertträgern?
Die Tragezeit beträgt je nach Wassertemperatur 28–42 Tage. Bei 24–26 °C sind es meist 4–5 Wochen. Ein Weibchen kann nach einer einzigen Begattung mehrere Würfe hintereinander produzieren, da es wie alle Poeciliiden Spermien speichern kann.
Warum springt mein Schwertträger aus dem Aquarium?
Schwertträger sind bekannte Springer, besonders bei Stress oder Erschreckung. Eine dicht schließende Abdeckung ist daher Pflicht! Auch Balz-Stress durch zu viele Männchen kann Weibchen zum Springen verleiten. Sorge für ausreichend Verstecke und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis.
Was fressen Schwertträger?
Schwertträger sind Allesfresser mit einem Hang zur pflanzlichen Kost. Sie fressen Flockenfutter, Granulat, Frost- und Lebendfutter sowie Pflanzenmaterial wie Spirulina-Flocken, Gurke und Spinat. Abwechslungsreiche Ernährung fördert Gesundheit und Farbenpracht.
Können Schwertträger das Geschlecht wechseln?
Ja! Schwertträger sind für ihren Geschlechtswechsel bekannt. Weibchen können sich unter bestimmten Umständen in funktionale Männchen umwandeln – ein Phänomen, das als Protogynie bezeichnet wird. Das passiert meist, wenn keine oder zu wenige Männchen in der Gruppe vorhanden sind.
Welche Krankheiten sind bei Schwertträgern häufig?
Die häufigsten Erkrankungen sind: Ichthyophthirius (Weißpünktchenkrankheit), Velvet (Oodinium), Flossenfäule durch Bakterien, Columnaris (Sattelflecken-Krankheit) und Wurmbefall. Vorbeugen lässt sich durch stabile Wasserwerte, regelmäßige Wasserwechsel und Quarantäne für neue Fische.

Fazit: Ist der Schwertträger der richtige Fisch für dich?

Der Schwertträger ist eine ausgezeichnete Wahl für Einsteiger und erfahrene Aquarianer gleichermaßen. Seine Robustheit, seine Toleranz gegenüber Wasserwert-Schwankungen und seine spektakuläre Optik machen ihn zu einem der vielseitigsten Aquarienfische überhaupt. Mit einem gut eingerichteten Becken von mindestens 100 Litern, ausreichend Weibchen pro Männchen und einer abwechslungsreichen Ernährung wirst du viele Jahre Freude an diesen faszinierenden Fischen haben.

✅ Vorteile

  • • Sehr robust und pflegeleicht
  • • Toleriert Temperaturen ab 18 °C
  • • Spektakuläre Farbenpracht
  • • Viele Farbvarianten erhältlich
  • • Leicht zu züchten
  • • Friedlich gegenüber anderen Arten

⚠️ Zu beachten

  • • Abdeckung Pflicht (Springer!)
  • • Männchen können territorial sein
  • • Kreuzung mit Platys möglich
  • • Schnelle Vermehrung
  • • Mindestens 100 cm Beckenlänge
  • • Mehr Weibchen als Männchen nötig

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Rainer Stolte

Aquaristik-Experte · Zuletzt aktualisiert: März 2026

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