
Anubias (Anubias barteri & Varietäten)
Die robusteste Aufsitzerpflanze im Aquarium – barschfest, schattenverträglich und in vielen Sorten erhältlich
Die Anubias – auch Speerblatt genannt – gehört zu den beliebtesten Aquarienpflanzen weltweit. Kein Wunder: Sie wächst ohne CO₂-Anlage, ohne Spezialsubstrat und sogar in schattigeren Bereichen des Aquariums. Ihre dicken, lederartigen Blätter machen sie widerstandsfähig gegen pflanzenfressende Fische, weshalb sie als eine der wenigen Pflanzen auch in Buntbarsch-Aquarien funktioniert. Mit über einem Dutzend Varietäten – von der winzigen Anubias nana 'Petite' bis zur großblättrigen Anubias barteri – findet jeder Aquarianer die passende Sorte für sein Becken.
1. Steckbrief: Anubias auf einen Blick
| Deutscher Name | Anubias, Speerblatt |
| Wissenschaftlicher Name | Anubias barteri (und zahlreiche Varietäten) |
| Familie | Araceae (Aronstabgewächse) |
| Herkunft | Tropisches West- und Zentralafrika (Nigeria, Kamerun, Elfenbeinküste u. a.) |
| Wuchsform | Aufsitzerpflanze mit horizontalem Rhizom (Wurzelstock) |
| Wuchshöhe | 3–40 cm je nach Sorte |
| Wuchsgeschwindigkeit | Langsam (1–2 neue Blätter pro Monat) |
| Platzierung im Aquarium | Mittelgrund, Vordergrund (kleine Sorten), auf Wurzeln/Steinen |
| Lichtbedarf | Gering bis mittel – verträgt Schatten sehr gut |
| CO₂-Bedarf | Nicht notwendig |
| Temperatur | 22–28 °C (toleriert 18–30 °C) |
| pH-Wert | 6,0–8,0 |
| Wasserhärte | 2–20 °dGH (sehr tolerant) |
| Schwierigkeitsgrad | Sehr einfach – ideal für Einsteiger |
| Vermehrung | Rhizomteilung |
| Besonderheiten | Barschfest durch Bitterstoffe, blüht auch unter Wasser |
2. Herkunft & natürlicher Lebensraum
Anubias stammt aus dem tropischen West- und Zentralafrika. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst Länder wie Nigeria, Kamerun, die Elfenbeinküste, Liberia, Sierra Leone, Guinea, Senegal und Mali. In der Natur wächst die Pflanze bevorzugt an den Ufern und in den Randbereichen von Flüssen, Bächen und Sümpfen – oft halb aus dem Wasser ragend oder vollständig untergetaucht an schattigen Stellen unter dem Blätterdach des Regenwaldes.
Diese Herkunft erklärt viele ihrer Eigenschaften: Die Schattenverträglichkeit ist eine Anpassung an das Leben unter dem dichten Blätterdach des tropischen Regenwaldes. Die dicken, lederartigen Blätter schützen die Pflanze vor mechanischer Beschädigung durch Strömung und Pflanzenfresser. Das horizontale Rhizom ermöglicht es ihr, sich an Felsen, Baumwurzeln und Geröll festzuhalten, ohne auf nährstoffreichen Bodengrund angewiesen zu sein.
Im Aquarium lässt sich dieser natürliche Lebensraum gut nachahmen: Anubias fühlt sich auf einem Stück Moorkienwurzel oder einem Stein besonders wohl – genau wie in ihrer afrikanischen Heimat. Wer ein Westafrika-Biotop einrichten möchte, kombiniert Anubias mit Bolbitis heudelotii (Afrikanischer Wasserfarn), Javamoos und westafrikanischen Fischarten wie dem Kongosalmler.
3. Aussehen & Erkennungsmerkmale
Das auffälligste Merkmal der Anubias ist ihr horizontaler Rhizom – ein dicker, fleischiger Wurzelstock, aus dem sowohl die Blätter nach oben als auch die Haftfäden nach unten wachsen. Der Rhizom ist das Herz der Pflanze: Er speichert Nährstoffe und ermöglicht das Überleben auch unter ungünstigen Bedingungen. Wichtig: Der Rhizom muss immer frei liegen und darf niemals eingegraben werden.
Die Blätter sind je nach Sorte oval bis herzförmig, dunkelgrün und von lederartiger Konsistenz. Diese Dicke macht sie widerstandsfähig gegen Fraß und mechanische Beschädigung. Neue Blätter erscheinen zunächst hellgrün und oft leicht rötlich, bevor sie die charakteristische dunkelgrüne Farbe annehmen.
Eine Besonderheit ist die Blüte: Anubias blüht auch vollständig unter Wasser. Die weißen Blüten ähneln einem Calla-Blütenstand (Spadix mit Spatha) und können mehrere Wochen halten. Eine Blüte zeigt an, dass sich die Pflanze sehr wohl fühlt.

Vier Anubias-Varietäten nebeneinander: barteri, nana, nana petite und coffeefolia
4. Anubias-Sorten im Vergleich
Die Gattung Anubias umfasst mehrere Arten und zahlreiche Varietäten, die sich in Größe, Blattform und Einsatzbereich erheblich unterscheiden. Im Aquaristikhandel sind vor allem die Varietäten der Art Anubias barteri verbreitet. Hier ein vollständiger Überblick der wichtigsten im Handel erhältlichen Sorten:
| Sorte | Wuchshöhe | Blattform | Besonderheit | Ideal für |
|---|---|---|---|---|
| Anubias barteri var. barteri | 20–40 cm | Groß, oval, dunkelgrün | Klassische Sorte, sehr robust | Mittel- und Hintergrund, Buntbarschbecken |
| Anubias barteri var. nana | 5–15 cm | Klein, oval, kompakt | Beliebteste Sorte, sehr vielseitig | Vorder- und Mittelgrund, alle Beckengrößen |
| Anubias nana 'Petite' | 3–6 cm | Sehr klein, rund | Miniaturform, ideale Aquascape-Pflanze | Nano-Aquarien, Vordergrund, Aquascaping |
| Anubias barteri var. coffeefolia | 10–20 cm | Gewellt, gerippt, dunkelgrün | Markante Blattstruktur, rötlicher Neuaustrieb | Mittelgrund, Schaupflanze |
| Anubias barteri var. caladifolia | 20–40 cm | Sehr groß, herzförmig, hellgrün | Größte barteri-Varietät, zarter Wuchs | Hintergrund, große Becken |
| Anubias barteri var. angustifolia | 15–25 cm | Schmal, lanzettlich | Ungewöhnliche Blattform für Anubias | Mittelgrund, Abwechslung im Scape |
| Anubias heterophylla | 20–50 cm | Sehr groß, dunkelgrün, glänzend | Größte im Handel erhältliche Art | Hintergrund, sehr große Becken |
| Anubias gracilis | 15–30 cm | Pfeilförmig, lang gestielt | Elegante Blattform, seltener im Handel | Mittelgrund, Biotop-Aquarien |
| Anubias nana 'Golden' | 5–12 cm | Klein, gelblich-grün | Gelbe Blattfärbung durch Mutation | Farbakzent im Vordergrund |
| Anubias nana 'Marble' | 5–12 cm | Klein, weiß-grün marmoriert | Variegierte Form, sehr dekorativ | Aquascaping, Nano-Becken |
Tipp für Einsteiger: Die beliebteste und vielseitigste Sorte ist Anubias barteri var. nana. Sie passt in fast jedes Aquarium, ist überall erhältlich und verzeiht Pflegefehler. Wer ein Nano-Aquarium betreibt, greift zu Anubias nana 'Petite'. Für große Becken mit Buntbarschen eignet sich Anubias barteri var. barteri oder Anubias heterophylla.
5. Befestigung & Platzierung im Aquarium
Die Befestigung ist bei Anubias besonders wichtig, da das Rhizom niemals im Bodengrund vergraben werden darf. Es gibt drei bewährte Methoden, die Pflanze im Aquarium zu fixieren:
| Methode | Vorgehen | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Faden / Angelschnur | Rhizom locker auf Holz oder Stein binden, bis Haftfäden gewachsen sind (4–8 Wochen) | Günstig, keine Chemikalien, repositionierbar | Faden muss später entfernt werden |
| Aquarienkleber (Cyanoacrylat) | Kleinen Tropfen auf das Holz, Pflanze sofort andrücken und 30 Sekunden halten | Hält sofort, sehr fest, unsichtbar | Nicht repositionierbar, Kleber muss aquariumsicher sein |
| Pflanzenmagnete / Clips | Spezielle Magnete halten die Pflanze an Scheibe oder Rückwand | Leicht repositionierbar, kein Kleber | Nur für flache Oberflächen geeignet |
⚠️ Wichtigste Regel
Für den gleich folgenden Abschnitt 9 gilt: Das Rhizom ist gleichzeitig der Schlüssel zur einfachsten Vermehrungsmethode – dazu gleich mehr.
Das Rhizom der Anubias darf niemals vollständig im Sand oder Kies vergraben werden – sonst fängt es an zu faulen und die Pflanze stirbt innerhalb weniger Wochen ab. Es muss immer frei liegen und von Wasser umspült werden.
(Das Rhizom ist der dicke, horizontal wachsende Wurzelstock der Anubias – der braun-grüne, knorrige Stiel, aus dem die Blätter nach oben und die feinen Haftfäden nach unten wachsen.)
💡 Platzierungstipps
Kleine Sorten (nana, nana petite) in den Vordergrund, mittelgroße (coffeefolia, angustifolia) in den Mittelgrund, große Sorten (barteri, heterophylla) in den Hintergrund. Anubias bevorzugt schattige Bereiche – ideal hinter anderen Pflanzen oder unter Überhängen.
6. Wasserwerte & Lichtbedarf
| Parameter | Optimal | Toleranzbereich | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Temperatur | 22–26 °C | 18–30 °C | Verträgt auch kühlere Temperaturen |
| pH-Wert | 6,5–7,5 | 6,0–8,0 | Sehr tolerant, auch hartes Wasser möglich |
| Gesamthärte (GH) | 5–15 °dGH | 2–20 °dGH | Wächst in Weich- und Hartwasser |
| Karbonathärte (KH) | 3–10 °dKH | 2–15 °dKH | Puffert pH-Schwankungen |
| Lichtbedarf | 0,2–0,4 W/Liter | Sehr gering bis mittel | Verträgt Schatten besser als die meisten Pflanzen |
| Beleuchtungsdauer | 8–10 Stunden/Tag | 6–12 Stunden | Zu viel Licht fördert Algen auf den Blättern |
| CO₂ | Nicht nötig | Profitiert von 10–20 mg/l | Wächst auch ohne CO₂-Anlage gut |
| Nitrat (NO₃) | < 25 mg/l | < 50 mg/l | Regelmäßige Wasserwechsel empfohlen |
Anubias ist eine der tolerantesten Aquarienpflanzen überhaupt. Sie gedeiht in weichem Amazonas-Wasser genauso wie in hartem Leitungswasser, in kühlen 18 °C genauso wie in tropischen 28 °C. Diese Toleranz macht sie zur idealen Pflanze für Anfänger, die ihre Wasserwerte noch nicht perfekt im Griff haben. Einzige Einschränkung: Zu viel Licht in Kombination mit hohen Nährstoffwerten fördert Algenwuchs auf den langsam wachsenden Blättern.
7. CO₂ & Düngung
Anubias benötigt kein zusätzliches CO₂ und ist damit ideal für Aquarien ohne CO₂-Anlage. Sie nutzt das im Wasser natürlich gelöste CO₂ aus der Atmung der Fische und Bakterien. Wer eine CO₂-Anlage betreibt, wird feststellen, dass Anubias etwas schneller wächst – aber der Unterschied ist gering, da die Pflanze von Natur aus langsam wächst.
Bei der Düngung gilt: Weniger ist mehr. Anubias nimmt Nährstoffe hauptsächlich über die Blätter auf, nicht über die Wurzeln. Bodendünger-Sticks oder nährstoffreicher Bodengrund bringen daher wenig. Stattdessen empfiehlt sich eine wöchentliche Flüssigdüngung mit einem Volldünger, der alle Makro- und Mikronährstoffe enthält.
| Nährstoff | Bedeutung für Anubias | Mangelsymptom |
|---|---|---|
| Eisen (Fe) | Wichtig für die Blattfärbung (dunkelgrün) | Blätter werden hellgrün bis gelblich, Neuaustrieb bleibt blass |
| Stickstoff (N) | Grundnährstoff für Blattwachstum | Ältere Blätter vergilben, Wachstum stoppt |
| Kalium (K) | Stärkt Zellwände, wichtig für Enzymfunktionen | Löcher in Blättern, braune Blattränder |
| Magnesium (Mg) | Zentralatom des Chlorophylls | Blätter zwischen den Blattadern vergilben (Chlorose) |
| Phosphat (P) | Energiestoffwechsel, fördert Blütenbildung | Langsames Wachstum, dunkle Blätter |
8. Pflege & Besonderheiten
Anubias ist eine der pflegeleichtesten Aquarienpflanzen. Da sie sehr langsam wächst, ist ein regelmäßiger Rückschnitt in der Regel nicht nötig. Alte oder beschädigte Blätter können mit einer scharfen Schere direkt am Blattstiel abgeschnitten werden. Es gibt vereinzelt im Internet den Hinweis, man solle die Pflanze vor dem Schneiden aus dem Aquarium nehmen, weil die offenen Schnittstellen Oxalsäure freisetzen könnten, die für Garnelen gefährlich sein soll. Wir haben das in der Praxis jedoch nie bestätigt gesehen: In vielen Aquarien haben wir Anubias direkt unter Wasser geschnitten – auch in Becken mit Garnelen – ohne dass es je zu Problemen kam. Auch in unserem Aquarienkreis ist uns diese Erfahrung nicht bekannt. Wir glauben daher nicht, dass das Herausnehmen der Pflanze notwendig ist, und empfehlen weiterhin, die Anubias ganz normal unter Wasser zu schneiden. Der Hinweis existiert, aber unsere Erfahrung spricht eine andere Sprache.
Eine wichtige Besonderheit ist die Barschfestigkeit: Die Bitterstoffe im Blattgewebe der Anubias machen sie für pflanzenfressende Fische unattraktiv. Selbst Oscars, Buntbarsche und Goldfish lassen Anubias meist in Ruhe. Das macht sie zur idealen Pflanze für Aquarien mit Fischen, die sonst jede Pflanze zerstören würden.
Algen auf Anubias-Blättern – was tun?
Das häufigste Problem bei Anubias sind Algen auf den Blättern – besonders Punktalgen (kleine grüne Punkte) und Fadenalgen. Das liegt daran, dass die Pflanze so langsam wächst, dass Algen Zeit haben, sich auf den Blättern anzusiedeln. Ausführliche Infos zu allen Algenarten, Ursachen und Bekämpfungsmethoden findest du in unserem großen Algen-Ratgeber. Hier die wichtigsten Ursachen und schnellen Lösungen im Überblick:
- • Zu viel Licht: Beleuchtungsdauer reduzieren oder Pflanze in schattigeren Bereich umsetzen
- • Hohe Nährstoffe + viel Licht: Nährstoffbalance prüfen, Phosphat und Nitrat kontrollieren
- • Mechanisch entfernen: Algen mit einem weichen Tuch oder einer Zahnbürste von den Blättern abwischen
- • Otocinclus einsetzen: Diese kleinen Saugwelse fressen Punktalgen und Kieselalgen von Anubias-Blättern, ohne die Pflanze zu beschädigen
9. Ganz einfache Vermehrung durch Rhizomteilung
Gute Nachricht für Einsteiger: Die Anubias ist eine der wenigen Aquarienpflanzen, die sich wirklich kinderleicht vermehren lässt. Kein Säen, kein Warten auf Ableger, kein kompliziertes Stecklinge schneiden – alles, was du brauchst, ist eine saubere Schere und etwas Geduld.
Der Trick liegt im Rhizom – dem dicken, horizontal wachsenden Wurzelstock der Pflanze. Stell dir ihn wie den Stamm eines Baumes vor, der auf der Seite liegt: Aus ihm wachsen die Blätter nach oben und die feinen Haftfäden nach unten. Wenn dieser Stamm lang genug geworden ist, kannst du ihn einfach in der Mitte durchschneiden – und schon hast du zwei eigenständige Pflanzen, die beide weiterwachsen.
So geht es Schritt für Schritt:
Richtigen Zeitpunkt wählen
Warten, bis das Rhizom mindestens 8–10 cm lang ist und mindestens 6–8 Blätter trägt. Zu kleine Teilstücke erholen sich schlecht.
Werkzeug vorbereiten
Scharfe, saubere Schere oder Skalpell verwenden. Werkzeug vorher mit Alkohol desinfizieren, um Pilz- und Bakterieninfektionen zu vermeiden.
Rhizom teilen
Rhizom mit einem sauberen Schnitt teilen. Jedes Teilstück muss mindestens 3–5 Blätter haben. Schnittstellen mit Aktivkohlepulver oder Aquarienkleber versiegeln.
Teilstücke befestigen
Beide Teilstücke separat auf Wurzelholz oder Steinen befestigen (Faden oder Kleber). Darauf achten, dass das Rhizom frei liegt.
Eingewöhnungsphase
Nach der Teilung kann die Pflanze einige Wochen lang weniger aktiv wachsen oder ältere Blätter abwerfen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.
Neue Blätter abwarten
Nach 4–8 Wochen beginnen beide Teilstücke neue Blätter zu treiben. Ab diesem Zeitpunkt ist die Vermehrung erfolgreich abgeschlossen.
10. Geeignete Mitbewohner
Anubias ist eine der vielseitigsten Aquarienpflanzen, wenn es um die Vergesellschaftung mit Fischen geht. Dank ihrer Bitterstoffe wird sie von den meisten Pflanzenfressern gemieden. Die breiten Blätter dienen gleichzeitig als Versteck, Laichplatz und Futterfläche (Aufwuchs für Garnelen).
| Tierart | Verträglichkeit | Hinweis |
|---|---|---|
| Neon-Salmler, Roter Neon | ✅ Sehr gut | Nutzen Anubias als Versteck, beschädigen sie nicht |
| Zebrabärbling, Perlhuhnbärbling | ✅ Sehr gut | Schwarmfische, die Anubias ignorieren |
| Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi) | ✅ Sehr gut | Laichen gerne auf Anubias-Blättern |
| Kakadu-Zwergbuntbarsch (Apistogramma cacatuoides) | ✅ Sehr gut | Nutzen Anubias als Reviermarkierung |
| Diskus (Symphysodon) | ✅ Gut | Ideal für Diskus-Becken, da barschfest |
| Skalare (Pterophyllum scalare) | ✅ Gut | Laichen gerne auf breiten Anubias-Blättern |
| Otocinclus / Ohrgitter-Harnischwels | ✅ Sehr gut | Frisst Algen von Anubias-Blättern, ohne sie zu beschädigen |
| Panzerwelse (Corydoras) | ✅ Sehr gut | Bodenbewohner, ignorieren Anubias vollständig |
| Antennenwels (Ancistrus) | ⚠️ Bedingt | Kann junge Blätter abraspeln – beobachten |
| Garnelen (Neocaridina, Caridina) | ✅ Sehr gut | Fressen Aufwuchs von Blättern, ideal als Pflegehelfer |
| Goldfish / Koi | ✅ Gut | Einer der wenigen Pflanzen, die Goldfish meiden |
| Große Buntbarsche (Oscar, Midas) | ⚠️ Bedingt | Meiden zwar die Blätter, können Pflanze ausgraben – fest befestigen |
11. Häufige Probleme & Lösungen
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Rhizom fault | Rhizom wurde eingegraben oder liegt auf dem Bodengrund auf | Pflanze sofort herausnehmen, faulende Teile entfernen, neu auf Holz/Stein befestigen |
| Blätter werden gelb | Eisenmangel oder zu wenig Licht | Flüssigdünger mit Eisen zugeben, Beleuchtung prüfen |
| Punktalgen auf Blättern | Zu viel Licht in Kombination mit hohen Nährstoffwerten | Beleuchtungsdauer reduzieren, Otocinclus einsetzen, Blätter abwischen |
| Löcher in den Blättern | Kaliummangel oder mechanische Beschädigung durch Fische | Kaliumdünger zugeben, Fischbesatz überprüfen |
| Pflanze wächst nicht | Zu wenig Licht, Nährstoffmangel oder zu niedrige Temperatur | Licht erhöhen, Flüssigdünger zugeben, Temperatur auf 24–26 °C einstellen |
| Neue Blätter bleiben klein und blass | Eisenmangel, zu wenig Licht oder Stickstoffmangel | Volldünger mit Eisen, Licht prüfen, Wasserwerte messen |
| Pflanze treibt auf | Befestigung unzureichend oder Rhizom zu leicht | Faden enger binden, Aquarienkleber verwenden oder Stein als Gewicht nutzen |
12. Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich das Rhizom der Anubias eingraben?▼
Nein – das ist der häufigste Fehler. Das Rhizom (der dicke, horizontale Wurzelstock) muss immer frei liegen und darf nicht im Bodengrund vergraben werden. Eingegrabene Rhizome faulen innerhalb weniger Wochen. Die Pflanze wird auf Wurzelholz oder Steine aufgebunden oder mit Aquarienkleber befestigt.
Warum bekommt meine Anubias braune Flecken auf den Blättern?▼
Braune Flecken entstehen meist durch zu viel Licht in Kombination mit hohen Nährstoffwerten – das fördert Punktalgen (Grünalgen) auf den Blättern. Anubias bevorzugt schattigere Standorte. Lösung: Pflanze in einen schattigeren Bereich umsetzen, Beleuchtungsdauer reduzieren oder mit anderen Pflanzen beschatten.
Wie befestige ich Anubias an Wurzelholz?▼
Es gibt drei bewährte Methoden: 1) Angeln- oder Nähfaden: Rhizom locker auf das Holz binden, bis die Haftfäden gewachsen sind (4–8 Wochen). 2) Aquarienkleber (Sekundenkleber auf Cyanoacrylat-Basis): Kleinen Tropfen auf das Holz, Pflanze andrücken – hält sofort. 3) Pflanzenmagnete: Für Scheiben oder Rückwände geeignet. Nach dem Anwurzeln kann das Befestigungsmaterial entfernt werden.
Braucht Anubias CO₂?▼
Nein. Anubias ist eine der wenigen Aquarienpflanzen, die ohne CO₂-Anlage gut gedeiht. Sie wächst zwar langsam, aber zuverlässig. Mit CO₂-Düngung wächst sie etwas schneller, aber es ist keine Voraussetzung. Ideal für Einsteiger ohne CO₂-Technik.
Welche Anubias-Sorte ist für kleine Aquarien am besten geeignet?▼
Für kleine Aquarien (unter 60 Liter) empfehlen sich Anubias nana (5–15 cm) oder Anubias nana 'Petite' (3–6 cm). Letztere ist besonders für Nano-Aquarien und Aquascaping ideal. Anubias barteri wird mit bis zu 40 cm zu groß für kleine Becken.
Warum wächst meine Anubias so langsam?▼
Anubias ist von Natur aus eine Langsamwüchserin – 1–2 neue Blätter pro Monat sind normal. Zu wenig Licht, fehlende Nährstoffe (besonders Eisen) oder zu niedrige Temperatur können das Wachstum weiter verlangsamen. Geduld ist gefragt: Anubias ist kein Schnellwüchsler, dafür extrem langlebig.
Kann Anubias mit Buntbarschen gehalten werden?▼
Ja – Anubias ist eine der wenigen Aquarienpflanzen, die auch in Buntbarsch-Aquarien funktioniert. Die Bitterstoffe im Blattgewebe machen sie für pflanzenfressende Cichliden unattraktiv. Selbst Oscars und andere große Buntbarsche lassen Anubias meist in Ruhe. Wichtig: Fest auf Wurzeln oder Steinen befestigen, damit die Fische sie nicht ausgraben.
Wie vermehre ich Anubias?▼
Anubias wird durch Rhizomteilung vermehrt: Das Rhizom mit einem scharfen, sauberen Messer oder einer Schere teilen, wobei jedes Teilstück mindestens 3–5 Blätter haben sollte. Die Schnittstellen können mit Aktivkohle oder Aquarienkleber versiegelt werden, um Fäulnis zu verhindern. Beide Teile werden dann separat auf Holz oder Stein befestigt.
Blüht Anubias auch unter Wasser?▼
Ja! Anubias ist eine der wenigen Aquarienpflanzen, die auch vollständig unter Wasser blüht. Die weißen Blüten erscheinen am Spitze eines langen Stiels und können mehrere Wochen halten. Eine Blüte ist ein Zeichen, dass sich die Pflanze sehr wohl fühlt. Für eine Bestäubung und Samenbildung ist jedoch Luftkontakt nötig.
Welche Fische eignen sich als Mitbewohner für Anubias?▼
Anubias verträgt sich mit fast allen Aquarienfischen. Besonders gut passen Salmler (Neon, Roter Neon), Bärblinge (Zebrabärbling, Perlhuhnbärbling), Zwergbuntbarsche (Schmetterlingsbuntbarsch, Kakadu-Zwergbuntbarsch), Panzerwelse und Garnelen. Garnelen nutzen die breiten Blätter als Futterfläche (Aufwuchs) und Versteck.
Fazit: Anubias – die perfekte Pflanze für jeden Aquarianer
Anubias ist eine der wenigen Aquarienpflanzen, die wirklich für jeden geeignet ist – vom Anfänger mit einfacher Ausstattung bis zum erfahrenen Aquascaper mit High-Tech-Becken. Ihre Toleranz gegenüber schlechten Lichtbedingungen, ihre Barschfestigkeit und die Vielfalt der Sorten machen sie einzigartig. Kein CO₂, kein Spezialsubstrat, keine aufwendige Pflege – und trotzdem eine der schönsten Pflanzen im Aquarium.
Die wichtigste Regel bleibt: Das Rhizom niemals eingraben. Wer diese eine Grundregel befolgt, wird viele Jahre Freude an seiner Anubias haben.